ARE und Influenza

Influenza <p><span>©</span> S. Hofschläger / pixelio.de</p> Details anzeigen
Influenza <p><span>©</span> S. Hofschläger / pixelio.de</p>

Influenza

Die Influenza, auch „echte“ Grippe genannt, ist eine Infektionskrankheit des Menschen, die durch Viren ausgelöst wird. Jedes Jahr in den Wintermonaten werden durch diese Viren mehr oder weniger schwere Grippe-Wellen ausgelöst.
Im Alltag wird die Bezeichnung Grippe oft auch für grippale Infekte verwendet, bei denen es sich aber in der Regel um deutlich harmloser verlaufende Virusinfektionen mit anderen Erregern handelt.

Die Unterschiede zwischen einer Influenza und einem grippalen Infekt finden Sie hier

Influenza und ARE - der Unterschied

MerkmaleInfluenzaGrippaler Infekt
Erreger Influenza-Viren (Weltweit verbreitet) Vielzahl an Erkältungsviren
Übertragung Tröpfcheninfektion (Übertragung durch Niesen, Husten oder Sprechen von Mensch zu Mensch) Tröpfcheninfektion (Übertragung durch Niesen, Husten oder Sprechen von Mensch zu Mensch)
Beginn plötzlicher Beginn (Etwa 1 bis 4 Tage nach der Ansteckung); Rasche Verschlechterung langsamer Beginn (kündigt sich meist durch Jucken oder Kribbeln in der Nase an); allmähliche Verschlechterung
Symptome hohes Fieber >38°, trockener Reizhusten, starke Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, ungewöhnlich starker Erschöpfungszustand selten Fieber, geringer Reizhusten, leichte Kopfschmerzen, häufig Halskratzen, verstopfte und/oder laufende Nase, Schluckbeschwerden
Dauer lang andauernde Erschöpfung bis zu einer Woche

Damit sich die Verantwortlichen auf eventuell bevorstehende Grippe-Wellen vorbereiten können, wird die Lage mithilfe der ARE-Überwachung kontrolliert.

ARE-Überwachung

Die Abkürzung ARE steht für Akute Respiratorische Erkrankungen und bezeichnet unter anderem die typischen Erkältungsanzeichen wie Husten, Schnupfen und Fieber, aber auch Bronchitis, Halsentzündung und Lungenentzündung.
Diese ARE-Überwachung findet jahresübergreifend von der 40. Bis zur 15. Kalenderwoche statt, also in der Zeit, in der die Wahrscheinlichkeit eines grippalen Infektes oder einer Influenza am größten ist.

Die genaue Beschreibung der ARE-Überwachung finden Sie hier.

Die Abkürzung ARE steht für Akute Respiratorische Erkrankungen und bezeichnet unter anderem die typischen Erkältungsanzeichen wie Husten, Schnupfen und Fieber, aber auch Bronchitis, Halsentzündung und Lungenentzündung.

Die Überwachung von Infektionskrankheiten wird in Fachkreisen als Surveillance bezeichnet. Die ARE-Surveillance  findet immer jahresübergreifend von der 40. bis zur 15. Kalenderwoche statt, also in der Zeit, in der die Viren für eine Influenza oder einen grippalen Infekt am stärksten zirkulieren.

Die Überwachung erfolgt in Mecklenburg-Vorpommern auf zwei Wegen:

  1. über die freiwillige Teilnahme von Kindertagesstätten und
  2. über die die freiwillige Teilnahme von Arztpraxen an der syndromischen und virologischen Überwachung .
    Es beteiligen sich jährlich ca. 100 Kindertagesstätten und rund 45 Arztpraxen aus allen Kreisen/ kreisfreien Städten in M-V daran und ermöglichen so ein zeitnahes repräsentatives Bild der Grippe-Situation in unserem Land.

1.  ARE-Überwachung in den Kindertagesstätten

Die ARE-Überwachung in Mecklenburg-Vorpommern in Kindertagesstätten wird seit 2005 durchgeführt. In den Winterwochen (40. bis 15. Kalenderwoche) wird dabei wöchentlich die ARE-Ausfallquote der Kinder im Alter von 0-6 Jahren in den teilnehmenden Kindertagesstätten erfasst und an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet. Diese wiederum übermitteln die Daten aus ihrem Kreis an das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS).

2. ARE-Überwachung in den Arztpraxen

Die Überwachung in den Arztpraxen basiert auf zwei Säulen: der syndromischen und der virologischen Überwachung.

Seit 2007 wird diese zusätzliche Surveillance auch in rund 45 ausgewählten Arztpraxen in allen Kreisen/ kreisfreien Städten durchgeführt.

Bei der syndromischen Überwachung in Arztpraxen wird aufgrund bestehender Grippe-Symptomatik der Anteil der ARE-Patienten an der Gesamtzahl der Patienten in einer Woche nach Altersgruppen erfasst und an das LAGuS weitergegeben.

Die virologische Überwachung umfasst die Untersuchung von Nasen-/Rachen-Abstrichen auf die unterschiedlichen Influenzaviren sowie auf Rhinoviren (RV) und zusätzlich für pädiatrische Praxen auf das Respiratory Syncytial Virus (RSV). Dazu schicken die Arztpraxen wöchentlich von ca. 5-10 Patienten, die Influenza-spezifische Symptome aufweisen, jeweils einen Abstrich an das LAGuS, wo die Probe mittels moderner labordiagnostischer Methoden untersucht wird.

Im LAGuS erfolgt wöchentlich die Auswertung und Interpretation aller Ergebnisse. So ist es möglich, für Mecklenburg-Vorpommern zeitnah und regional detailliert Aussagen über die saisonale Influenza-Situation in den einzelnen Kreisen, ihre Entwicklungstrends und altersspezifische Verteilungen zu treffen.

Prävention

Um einer Influenza vorzubeugen, ist das wirksamste Mittel die kostenlose Influenza-Schutzimpfung.
Die Ständige Impfkommission (STIKO, am Robert-Koch-Institut) empfiehlt die Impfung insbesondere für folgende Personengruppen:

  • Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel (Trimenon), bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel,
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens,
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen.
  • für Reisende ab 60 Jahren und die o.g. Personengruppen, die nicht über einen aktuellen Impfschutz verfügen,
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können.
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln.

Es wird empfohlen, sich zu Beginn der kalten Jahreszeit, vorzugsweise von September bis November, impfen zu lassen. Eine einmalige jährliche Injektion ist ausreichend. Der Impfschutz beginnt etwa 14 Tage nach der Impfung. Die kostenlose Schutzimpfung muss jährlich wiederholt werden, da sich das Influenza-Virus jedes Jahr verändert.  Die Zusammensetzung der Impfung muss somit jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an die aktuell zirkulierenden Infektionsstämme angepasst werden.

Vor Erkältungen schützt die Impfung nicht, denn sie werden von einer Vielzahl anderer Viren ausgelöst. Eine Erkältung ruft zwar ähnliche Beschwerden hervor, verläuft jedoch viel harmloser. Sie wird deshalb auch "grippaler Infekt" genannt.

Neben der Influenza-Impfung zählt ebenso die persönliche Hygiene zum individuellen Schutz und ist auch als effektive Maßnahme gegen einen grippalen Infekt zu beachten.

Zu den einfach durchzuführenden Hygieneregeln mit einem nicht zu unterschätzenden Schutzeffekt zählen unter anderem:

  • das Vermeiden von Händegeben, Anhusten, Anniesen,
  • das Vermeiden von Berührungen der Augen, von Nase oder Mund,
  • die Nutzung und sichere Entsorgung von Einmaltaschentüchern,
  • die intensive Raumlüftung,
  • das gründliche Hände waschen nach Personenkontakten, nach der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor der Nahrungsaufnahme sowie bei Kontakt mit Gegenständen oder Materialien von Erkrankten,
  • die Empfehlung für fieberhaft Erkrankte, im eigenen Interesse zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu verhindern,
  • die Vermeidung von direkten Kontakten zu möglicherweise erkrankten Personen.