Silvesterknaller können Gesundheit gefährden

28.12.2015  | GES  | LAGuS - Gesundheit

Traditionell sollen zu Silvester um Mitternacht böse Geister mit Böllern und Feuerwerk vertrieben werden. Wer nicht aufpasst, kann durch das Böllern jedoch auch „böse Geister“ heraufbeschwören. Feuerwerk soll Spaß machen, kann aber auch gefährlich sein.

Deshalb sind der Erwerb und die Nutzung von Feuerwerk im Sprengstoffgesetz und den dazu erlassenen Verordnungen geregelt. Ab dem 29. Dezember dürfen die pyrotechnischen Gegenstände der Kategorie II verkauft und am 31. Dezember und 1. Januar gezündet werden. Kauf und Gebrauch von Raketen und Böllern der Kategorie II sind jedoch erst ab 18 Jahren gestattet.

Durch unsachgemäße Handhabung von pyrotechnischen Gegenständen kommt es neben Sachschäden auch immer wieder zu Augenverletzungen, Verbrennungen und sogar zu Verstümmelungen. Neben diesen naheliegenden, direkt durch die Explosion hervorgerufenen Verletzungen, sind aber auch Gehörschäden zu befürchten.

Jährlich erleiden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. ca. 8000 Menschen in Deutschland Verletzungen des Innenohres durch explodierende Feuerwerkskörper. Die Symptome eines Knall- oder Explosionstraumas, wie Ohrenschmerzen, Schwindel und eine gedämpfte Geräuschwahrnehmung oder Tinnitus klingen oft wieder ab, in vielen Fällen jedoch bleibt das Gehör lebenslang geschädigt.

Das Tückische an den Explosionsgeräuschen sind die kurzen Einwirkzeiten von etwa 25 Millisekunden, bei denen die Lautstärkeempfindung stark eingeschränkt ist, weshalb man den Lärm nicht als so belastend wahrnimmt. Ihre gefährliche Wirkung verlieren die Geräusche jedoch nicht. Ab Schallpegeln von etwa 140 Dezibel (dB) kann es zu Gehörschäden kommen und viele Feuerwerkskörper überschreiten diesen Wert je nach Abstand zur Explosion. Unterhalb von etwa zwei Metern Abstand steigt die Gefahr für das Gehör schnell an. Der Gesetzgeber schreibt für Böller der Kategorie II nicht von ungefähr acht Meter Sicherheitsanstand vor.

Besondere Vorsicht ist bei den illegalen Knallkörpern aus Osteuropa geboten, deren Explosionskraft deutlich über derjenigen von in Deutschland erhältlichen Knallkörpern liegen kann. Das Abbrennen von illegal eingeführten oder selbst hergestellten Feuerwerkskörpern ist verboten und wird als Straftat gehandhabt.