Arbeitgeber sind bei großer Hitze gefordert

25.07.2018  | ATV  | LAGuS - Arbeitsschutz und technische Sicherheit

Arbeitgeber können die klimatischen Bedingungen nicht beeinflussen. Sie müssen aber geeignete Maßnahmen zur Vorsorge ergreifen, um ihre Beschäftigten vor gesundheitlichen Schädigungen durch die sommerliche Hitze zu schützen.

Räume mit einer Lufttemperatur von über +35° C sind nicht zum Arbeiten geeignet. Schon beim Überschreiten von +26° C im Raum sollen, ab einer Überschreitung von +30° C müssen wirksame Maßnahmen ergriffen werden, welche die Beanspruchung der Beschäftigten reduzieren. Dazu gehören das Nutzen von Sonnenschutzsystemen wie Jalousien, Markisen, Sonnensegeln oder -schirmen, richtiges Lüften bereits in den ganz frühen Morgenstunden, das Treffen von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung, das Lockern von Bekleidungsregelungen, die Bereitstellung geeigneter Getränke wie Trinkwasser oder die Nutzung „freier“ Arbeitsplätze in kühleren Räumen. Auch „innere“ Wärmequellen lassen sich reduzieren, indem elektrische Geräte wie Lampen, PC, Drucker, Scanner und Kopierer nur bei Bedarf in Betrieb genommen werden.

„Die derzeitigen Temperaturen können eine hohe Belastung für den Körper mit sich bringen und so Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen reagieren besonders sensibel auf die starke Wärme. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten gemeinsam darauf achten, geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um die Belastung so gering wie möglich zu halten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Vorschriften gelten auch für Arbeitsplätze im Freien, auf Baustellen, in der Land- und Forstwirtschaft, im Gartenbau, in gastronomischen Einrichtungen mit Terrassen, an Kiosken usw. Besonders vorsichtig sollte sein, wer körperlich schwer arbeitet, noch recht jung, schwanger oder bereits älter bzw. gesundheitlich vorbelastet ist. Wer beispielsweise unter Bluthochdruck oder Diabetes leidet, sollte das Gespräch mit seiner Chefin oder seinem Chef suchen, um individuelle Lösungen zu vereinbaren. Für diese besonders gefährdeten Menschen sind im Übrigen bereits +26 °C Raumtemperatur das Maß, bei dem Arbeitgeber im Rahmen der Gesundheitsvorsorge tätig werden müssen.

Trotzdem ist jede/r Einzelne gefordert, sich selbst vor Sonne und Hitze zu schützen und Gefahren für die Gesundheit so klein wie möglich zu halten. Hier noch einmal die wichtigsten Maßnahmen:

Tätigkeiten im Freien möglichst morgens oder abends ausführen

  • körperliche Belastungen meiden, auch größere sportliche Aktivitäten
  • viel Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder ungesüßten Früchtetee trinken
  • kein Alkohol, wenig Koffein
  • im Schatten bleiben, Sonnenhut und Sonnenbrille tragen
  • Sonnenschutzmittel auftragen, mindestens Lichtschutzfaktor 15
  • leichte, nicht einengende Bekleidung in hellen Farben tragen
  • keine Kinder oder geschwächte Personen im geparkten Auto zurücklassen
  • Räume tagsüber abdunkeln, nachts und früh morgens lüften
  • häufiger kühl duschen