Reform zum 01.09.2021

Neue Regelungen beim Elterngeld

Für Eltern, deren Kinder ab dem 1. September 2021 geboren oder mit dem Ziel der Adoption aufgenommen werden, gibt es neue Regelungen. Die wichtigsten Regelungen sind hier aufgezeigt, im Vergleich mit den bisher geltenden Regelungen in Klammern und kursiv.

Neue Höchstarbeitszeit von 32 Wochenstunden

Eine Grundvoraussetzung für den Erhalt von Elterngeld ist unter anderem, dass während der Zeit des Bezuges keine oder keine volle Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn nicht mehr als 32 Wochenstunden Arbeitszeit im Durchschnitt des Lebensmonats des Kindes geleistet werden.

(Bisher betrug die Höchstarbeitszeit 30 Wochenstunden.)

Verzicht auf Ausklammerung bestimmter Monate für die Berechnung des Elterngeldes bei Nichtselbstständigen

Angestellte Eltern, die durch die Ausklammerung bestimmter Monate (zum Beispiel beim Bezug von Mutterschaftsgeld) schlechter gestellt sind bei der Berechnung des Elterngeldes als ohne die Ausklammerung, dürfen auf die Ausklammerung verzichten.

Günstiger-Prüfung bei Eltern mit Mischeinkünften

Eltern, die angestellt sind und nur in sehr geringem Umfang auch Gewinneinkünfte erzielen, können wählen, ob sie für die Berechnung des Elterngeldes als ausschließlich Angestellte oder als Selbstständige behandelt werden möchten. Voraussetzung ist:  Die Einkünfte (= der Gewinn) aus selbstständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft betrugen im Kalenderjahr vor der Geburt und in den Kalendermonaten des Geburtsjahres bis zur Geburt durchschnittlich weniger als 35 € im Monat.

Einkommensersatz nach der Geburt

Die Anrechnung einer Leistung, die als Ersatz für ein weggefallenes Einkommen dient (zum Beispiel Kurzarbeitergeld) und erst nach der Geburt beginnt, wird nur noch bis auf einen Freibetrag angerechnet. Das ist für Eltern interessant, die nach der Geburt in Teilzeit arbeiten wollen.

(Bisher wurde der Einkommens-Ersatz voll angerechnet.)

Begrenzung der längst möglichen Bezugszeit bei Elterngeld-Plus

Elterngeld-Plus kann längstens bis zum 32. Lebensmonats des Kindes bezogen werden.

(Bisher war der Bezug bis zum 46. Lebensmonat möglich.)

Weitere Monate Elterngeld für Frühchen

Weitere Monate Basis-Elterngeld stehen Eltern zu, wenn das Kind mindestens sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Tag der Entbindung geboren wurde.

Der gemeinsame Anspruch der Eltern auf Basis-Elterngeld beträgt für ein Kind, das

  1. mindestens   6 Wochen vor dem Termin geboren wurde:  13 Monate;
  2. mindestens   8 Wochen vor dem Termin geboren wurde:  14 Monate;
  3. mindestens 12 Wochen vor dem Termin geboren wurde:  15 Monate;
  4. mindestens 16 Wochen vor dem Termin geboren wurde:  16 Monate.

Die Partnerschafts-Bonusmonate

Eltern, die nunmehr die Partnerschafts-Bonusmonate beantragen möchten, müssen

  • an mindestens 2, maximal 4 aufeinander folgenden Lebensmonaten gleichzeitig
  • mindestens 24, maximal 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats des Kindes erwerbstätig sein.

(Bisher waren nur feste 4 Monate bei 25-30 Stunden möglich.)

Wer in einzelnen Monaten nicht auf die nötigen Arbeitsstunden kommt oder mehr arbeiten muss, braucht nicht - wie bisher - um den gesamten Partnerschafts-Bonus zu bangen.

Eltern mit überdurchschnittlichem Einkommen

Nunmehr darf das zu versteuernde Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes bei Elternpaaren 300.000 Euro nicht überschreiten. Nur dann besteht ein Anspruch auf Elterngeld.

(Bisher lag die Einkommensgrenze bei 500.000 Euro.)

Von den neuen Regelungen nicht betroffen sind Eltern, deren Kinder vor dem 1. September 2021 geboren wurden. Es gibt kein Wahlrecht zwischen beiden Rechtslagen.