Pilzberatung

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Pilze

Das Sammeln und Zubereiten von Pilzen ist seit mehr als 2000 Jahren Bestandteil der menschlichen Esskultur. Jedoch gibt es seit dieser Zeit auch Vergiftungen, die durch vermeintlich essbare Pilze verursacht werden. Heute stehen in unserem Bundesland den Pilzsammlern mehr als 40 ehrenamtliche Pilzberater zur Verfügung, die Pilzbefunde begutachten sowie Hinweise zur Bestimmung und zur Zubereitung von Pilzen geben.

Grundlage für die Durchführung von Pilzberatungen

Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, das die Pilzberatung als Landesaufgabe im Rahmen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes definiert.
Die Anleitung und Koordination der ehrenamtlich tätigen Pilzberater erfolgen durch Dr. Duty, den Landespilzsachverständigen (LPS) als Beauftragten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS).

Landespilzsachverständiger

Der Landespilzsachverständige (LPS) Dr. med. Oliver Duty als Beauftragter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) ist zuständig für die Anleitung und Koordination der ehrenamtlich tätigen Pilzberater. Eine weitere Aufgabe des LPS ist die Erstellung des Jahresberichtes zur Pilzberatung und Pilzaufklärung. Nach Zuarbeit der einzelnen Berichte der Pilzberater werden diese zu einem gemeinsamen Jahresbericht zusammengeführt.

Kontakt

Hausanschrift
Landesamt für Gesundheit und Soziales
Gertrudenstr. 11
18057 Rostock
Telefon: 0381-4955 312
Telefax: 0381-4955 314
Dr. Oliver Duty
Telefon: 0381-4955 338
Telefax: 0381-4955 354

Hinweise für Pilzsammler

Hinweise für Pilzsammler

  • Sammeln Sie nur die Speisepilze, die Sie sicher kennen. Wenn Sie unsicher sind, bringen Sie ihre Funde zur Pilzberatung. Dort erhalten Sie Hinweise, ob Sie ihre Pilze essen können.
  • Ihnen unbekannte Arten sollten Sie getrennt von den Ihnen bekannten Speisepilzen in einem extra Korb sammeln.
  • Damit die Pilzberater einen Pilz bestimmen können, sollten Sie die Pilze in unterschiedlichen Altersstadien sammeln. Wichtig ist dabei, dass alle Merkmale des Pilzes vorhanden sind (Hut, Stiel, ggf. Stielknolle).
  • Verwenden Sie zum Sammeln der Pilze luftdurchlässige Gefäße, z. B. Körbe. In Kunststofftüten können Pilze schwitzen und sich bei längerer Lagerung zersetzen. Wenn sie dann verzehrt werden, kann es zu einer Lebensmittelvergiftung kommen.
  • Sammeln Sie nur einwandfreie Pilze (keine Maden, keinen Schimmel) und befreien Sie die Pilze schon im Wald vom groben Dreck. Frisch gesammelte Pilze können geputzt für 1-2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Pilze an viel befahrenen Straßen oder auf Industrieflächen können Schadstoffe anreichern und sollten deshalb dort nicht gesammelt werden.
  • Für den Verzehr müssen Pilze gut und ausreichend lange erhitzt werden (10 bis 15 Minuten). Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind Pilze aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes schwer verdaulich, zum anderen gibt es roh giftige Speisepilze wie den Hallimasch oder den Perlpilz, bei denen erst durch das Erhitzen die Toxine zerstört werden. Pilzmahlzeiten können auch am nächsten Tag wieder erwärmt werden, wenn sie nach der ersten Zubereitung im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Alte „Hausmittel“, wie das Mitkochen eines Silberlöffels oder von Zwiebeln, sind tabu. Sie erlauben keinen Hinweis auf die Essbarkeit der Pilze, genau so wenig wie Fraßspuren von Tieren.
  • Pilze sind mit Ausnahme von geringen Mengen an Champignons generell nicht für den Rohverzehr geeignet.

Aufgaben der Pilzberater

Im Land sind etwa 46 ehrenamtlich arbeitende Pilzberater, davon 7 leitende Berater, für die örtlichen Gesundheits- bzw. Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter tätig. Pilzberater erhalten einen Befähigungsnachweis zur Pilzberatung nach einer bestandenen umfangreichen Prüfung.

Neben den Pilzberatungen führen sie Pilzexkursionen und Ausstellungen durch, halten Vorträge, betreiben Öffentlichkeitsarbeit und helfen im Bedarfsfall bei der Aufklärung von Pilzvergiftungen.

Besondere Bedeutung kommt den Beratern in den Urlaubsregionen des Landes zu, wo die Pilzberatung und Aufklärung nicht nur für die einheimische Bevölkerung, sondern auch verstärkt für Urlaubs- und Kurgäste durchgeführt wird.

Pilzberater in Mecklenburg-Vorpommern

Die Karte zeigt Ihnen die Standorte der in Mecklenburg-Vorpommern tätigen Pilzberater. Außerdem finden Sie dort die jeweiligen Kontaktdaten.

Pilzberater in Mecklenburg-Vorpommern (PDF, 0.01 MB)

Weiterbildung und Ausbildung der Pilzberater

Jedes Jahr werden im Rahmen der Weiterbildung der Pilzberater eine Frühjahrs- und Herbsttagung durchgeführt. Sie dienen der Berichterstattung, Pilzbestimmung und Vorstellung aktueller Probleme der Pilzkunde in Form von Vorträgen und Exkursionen.

Neben der Weiterbildung der Pilzberater ist die Ausbildung neuer zukünftiger Pilzberater von besonderem Interesse. Hier wird einmal im Jahr ein Pilzberaterlehrgang angeboten, in dem Grundkenntnisse vermittelt werden. Nach mehreren Lehrgängen kann eine Abschlussprüfung absolviert werden. Das erfolgreiche Bestehen der Pilzberaterprüfung ist Voraussetzung für die Tätigkeit des Pilzberaters.

Termine 2016

  • Pilzberater Herbsttagung: 09.-11.09. Meetzen
  • Pilzberaterlehrgang: 16.-18.09. Franzensberg
  • AMMV Herbsttagung: 07.-09.10. Prora

Informationen für Pilzberater

Hinweise bei Pilzvergiftungen

  • Beim geringsten Verdacht auf eine Pilzvergiftung ist unverzüglich ein Arzt zu informieren.
  • Beruhigen Sie den Betroffenen.
  • Stellen Sie Putz- und Speisenreste sowie ggf. Erbrochenes sicher.
  • Erbrechen nur dann auslösen, wenn die Pilzmahlzeit weniger als 4 Stunden zurückliegt, sicherheitshalber den Arzt fragen.
  • Giftnotrufzentralen verfügen über Listen der Pilzberater, die ggf. den Pilz bestimmen können. Bei bekanntem Pilz gibt der Giftnotruf Auskunft über die einzuleitenden Gegenmaßnahmen.

Hinweise für Beschäftigte im Krankenhaus

Für die Erfassung von Pilzvergiftungen in Krankenhäusern wurde ein Meldebogen konzipiert, den man hier abrufen kann.

Als Hilfestellung für die Krankenhäuser dienen auch die Hinweise bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung.

Informationsmaterial / Formulare

Fachaufsätze / Berichte / Beiträge

Pilzberatung Jahresbericht 2015
Pilzberatung Jahresbericht 2014
Pilzberatung Jahresbericht 2013
Pilzberatung Jahresbericht 2012
Pilzberatung Jahresbericht 2011
Pilzberatung Jahresbericht 2010
Pilzberatung Jahresbericht 2009