Zentraler Kontakt
Landesamt für Gesundheit und Soziales
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Integrationsamt

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Rollstuhlfahrer in einer Besprechung

Junge Frau im Rollstuhr

Rollstuhlfahrer in einer Besprechung

Die Integrationsämter informieren und beraten Beschäftigte und Unternehmen zu allen Fragen, die im Zusammenhang mit der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben stehen.

Sie arbeiten eng zusammen mit Rehabilitationsträgern, Arbeitgebern, Arbeitgeberverbänden, Behindertenverbänden und Gewerkschaften. Für das betriebliche Integrationsteam sind sie Ratgeber und Partner.

Die Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen haben sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) zusammengeschlossen.

Aufgaben des Integrationsamtes

Ausgleichsabgabe: Erhebung und Verwendung

Solange Arbeitgeber die vorgeschriebene Zahl von schwerbehinderten Menschen nicht beschäftigen (Beschäftigungspflicht, § 71 SGB IX), haben sie für jeden unbesetzten Pflichtplatz eine Ausgleichsabgabe zu entrichten (§ 77 Abs.1 Satz 1 SGB IX).

Ab dem Erhebungsjahr 2016 beträgt die Höhe der Ausgleichsabgabe je unbesetzten Pflichtplatz:

  • 125 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 3 % bis weniger als 5 %
  • 220 Euro bei einer Beschäftigungsquote von 2 % bis weniger als 3 %
  • 320 Euro bei einer Beschäftigungsquote von weniger als 2 %

Erleichterungen für kleinere Betriebe und Dienststellen: Arbeitgeber mit

  • jahresdurchschnittlich weniger als 40 Arbeitsplätzen müssen einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen; sie zahlen je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Pflichtplatz nicht besetzen;
  • jahresdurchschnittlich weniger als 60 Arbeitsplätzen müssen 2 Pflichtplätze besetzen; sie zahlen 125 Euro, wenn sie weniger als 2 Pflichtplätze besetzen, und 220 Euro, wenn weniger als 1 Pflichtplatz besetzt ist.

Erhebung der Ausgleichsabgabe: Zuständig ist das Integrationsamt (§ 102 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX), ebenso für die Verwendung. Ausgenommen davon sind bestimmte Verwendungen

  • im Rahmen des Ausgleichsfonds, für den das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung zuständig ist, und
  • zur Förderung der Einstellung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, die von den Agenturen für Arbeit wahrgenommen wird (§ 104 Abs. 1 Nr. 3 SGB IX i.V.m. SGB III).

Die Verpflichtung zur Zahlung einer Ausgleichsabgabe gilt sowohl für die privaten Arbeitgeber als auch für die Arbeitgeber der öffentlichen Hand. Das Gesetz berücksichtigt nicht, aus welchen Gründen der Arbeitgeber seiner Beschäftigungspflicht nicht nachgekommen ist, ob er daran ein Verschulden trägt oder nicht. Dieser kann sich also z.B. nicht darauf berufen, dass ihm die Agentur für Arbeit keinen schwerbehinderten Mitarbeiter vermitteln konnte. Folglich gibt es auch nach dem Gesetz keine Möglichkeit zum Erlass oder zur Ermäßigung der Ausgleichsabgabe. Das gesetzgeberische Motiv für diese Regelung ist, dass jeder Arbeitgeber verpflichtet sein soll, einen Beitrag zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben zu leisten. Primär soll er dies dadurch tun, dass er einen bestimmten Prozentsatz seiner Arbeitsplätze für die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zur Verfügung stellt, in zweiter Linie dadurch, dass er als Ausgleich einen bestimmten Geldbetrag zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen leistet. Die Zahlung der Ausgleichsabgabe ist dabei jedoch kein Ersatz für die Erfüllung der Beschäftigungspflicht, worauf in § 77 Abs. 1 Satz 2 SGB IX ausdrücklich hingewiesen wird.

Die Ausgleichsabgabe soll in erster Linie einen kostenmäßigen Ausgleich gegenüber den Arbeitgebern schaffen, die ihre Beschäftigungspflicht erfüllen und denen daraus, z.B. durch den gesetzlichen Zusatzurlaub und die behinderungsgerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes mit technischen Arbeitshilfen, erhöhte Kosten entstehen (sog. Ausgleichsfunktion). Darüber hinaus soll die Ausgleichsabgabe Arbeitgeber anhalten, ihre Beschäftigungspflicht zu erfüllen (sog. Antriebsfunktion).

Die Ausgleichsabgabe ist in einer Summe bis spätestens 31.03. für das vorangegangene Jahr an das Integrationsamt zu entrichten.

Veranlagung und Anzeigeverfahren: Die Berechnung der Ausgleichsabgabe erfolgt im Wege der Selbstveranlagung durch die Arbeitgeber anhand der von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellten Vordrucke: dem Verzeichnis der schwerbehinderten Menschen (§ 80 Abs. 1 SGB IX) und der Anzeige zur Veranlagung (§ 80 Abs. 2 SGB IX). Verzeichnis und Anzeige sind mit je einer Durchschrift für das Integrationsamt der zuständigen Agentur für Arbeit zu übersenden. Anzuzeigen sind nach § 80 SGB IX

  • die Zahl der Arbeitsplätze (gesondert für jeden Betrieb und jede Dienststelle),
  • die Zahl der in den einzelnen Betrieben beschäftigten schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen sowie der sonstigen anrechnungsfähigen Personen,
  • Mehrfachanrechnungen und
  • der Gesamtbetrag der geschuldeten Ausgleichsabgabe.

Die Ausgleichsabgabe ist aufgrund einer jahresdurchschnittlichen Beschäftigungsquote zu ermitteln und zum Jahresergebnis zusammenzufassen (§ 71 SGB IX).

Zahlungsweise: Die Ausgleichsabgabe ist unmittelbar an das Integrationsamt zu überweisen, dessen Anschrift und Bankverbindung von der Bundesagentur für Arbeit bei der Versendung der Vordrucke in einer entsprechenden Übersicht bekannt gegeben werden.

Säumniszuschlag: Gerät der Arbeitgeber mit der Überweisung der Ausgleichsabgabe mehr als 3 Monate in Verzug (Fälligkeit 31.03.), erlässt das Integrationsamt über die rückständigen Beträge einen Feststellungsbescheid und leitet, falls dieser unberücksichtigt bleibt, die Beitreibung ein. Für rückständige Beträge der Ausgleichsabgabe erhebt das Integrationsamt Säumniszuschläge in Höhe von 1% für jeden angefangenen Monat.

Anrechnung von Aufträgen an Werkstätten für behinderte Menschen: Arbeitgeber, die zur Ausgleichsabgabe verpflichtet sind, können ihre Zahlungspflicht ganz oder teilweise auch dadurch erfüllen, dass sie anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen oder Blindenwerkstätten Aufträge erteilen. 50 % des auf die Arbeitsleistung der Werkstatt entfallenden Rechnungsbetrages (Gesamtrechnungsbetrag abzüglich Materialkosten) können auf die jeweils zu zahlende Ausgleichsabgabe angerechnet werden (§ 140 SGB IX). Dabei wird die Arbeitsleistung des Fachpersonals zur Arbeits- und Berufsförderung berücksichtigt, nicht hingegen die Arbeitsleistung sonstiger nicht behinderter Arbeitnehmer.

Materialkosten sind Kosten, die der Werkstatt durch externen Kauf von Fertigungs- und Verpackungsmaterial entstehen. Maßgeblich ist dabei der Einkaufspreis. Auch extern vergebene Dienstleistungsaufträge der Werkstatt an private Firmen sind vom Gesamtrechnungsbetrag abzuziehen. Die Rechnung muss den auf die Arbeitsleistung der Werkstatt entfallenden Rechnungsbetrag klar erkennen lassen. Außerdem haben die Werkstätten das Vorliegen der Anrechnungsvoraussetzungen in der Rechnung zu bestätigen.

Die Anrechnung kann nur innerhalb des Jahres erfolgen, in dem die Verpflichtung zur Zahlung der Ausgleichsabgabe entsteht. Da Aufträge zum Teil erst im Folgejahr in Rechnung gestellt und bezahlt werden, werden auch noch die bis zum 31. März des Folgejahres beglichenen Beträge berücksichtigt. Sofern die Arbeitgeber die ihnen aufgrund der Lieferaufträge in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer bei der von ihnen selbst zu entrichtenden Mehrwertsteuer als Vorsteuer absetzen können, ist bei der Verrechnung von dem um die Mehrwertsteuer verminderten Rechnungsbetrag auszugehen (§ 140 SGB IX).

Verzeichnisse der anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen mit ihrem Fertigungsprogramm sowie der Blindenwerkstätten können bei den Agenturen für Arbeit oder im Internetportal der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) eingesehen werden.

Verwendung der Ausgleichsabgabe: Die Ausgleichsabgabe darf nur für Zwecke der besonderen Leistungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben einschließlich der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben verwendet werden. Zu den wichtigsten Leistungen des Integrationsamtes aus der Ausgleichsabgabe gehören die finanziellen Leistungen an Arbeitgeber und schwerbehinderte Menschen sowie die Finanzierung der Integrationsfachdienste (siehe Übersicht „Leistungen für behinderte Menschen im Beruf").

Beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist außerdem aus Mitteln der Ausgleichsabgabe ein Ausgleichsfonds als zweckgebundene Vermögensmasse für überregionale Vorhaben zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben eingerichtet worden. Aus diesem Ausgleichsfonds werden u.a. der Bundesagentur für Arbeit Mittel zugewiesen, aus denen Leistungen an Arbeitgeber zur besonderen Förderung der Einstellung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen erbracht werden.

Der Träger des Rehadat-Bildungsportals, das Institut der Deutschen Wirtschaft, hat eine neue "Reha-dat-App" entwickelt, die Einsparmöglichkeiten bei der Ausgleichsabgabe zu erkennen hilft.

Besonderer Kündigungsschutz für schwerbehinderte Menschen

Besonderer Kündigungsschutz im Schwerbehindertenrecht Details anzeigen

Zustimmung des Integrationsamtes bei Beendigung von Arbeitsverhältnissen mit schwerbehinderten Arbeitnehmern

Besonderer Kündigungsschutz im Schwerbehindertenrecht

Zustimmung des Integrationsamtes bei Beendigung von Arbeitsverhältnissen mit schwerbehinderten Arbeitnehmern

Der besondere Kündigungsschutz nach den §§ 85–92 SGB IX ist ein Kernstück des Schwerbehindertenrechts (Teil 2 SGB IX), er gilt wenn zum Zeitpunkt der beabsichtigten Kündigung

  • die Schwerbehinderteneigenschaft offenkundig ist oder
  • das Versorgungsamt die Schwerbehinderteneigenschaft festgestellt hat oder
  • die Gleichstellung durch einen Bescheid der Agentur für Arbeit erfolgt ist oder
  • ein Verfahren auf Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft beim Versorgungsamt anhängig ist und der schwerbehinderte Mensch diesen Antrag auf Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft mindestens drei Wochen vor Zugang der Kündigung gestellt hat. Diese Frist gilt auch für das laufende Gleichstellungsverfahren bei der Agentur für Arbeit.

Zustimmung des Integrationsamtes:

Der Arbeitgeber benötigt zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen die vorherige Zustimmung des Integrationsamtes. Die Antragstellung auf Zustimmung zur beabsichtigten Kündigung erfolgt formlos bzw. benutzen Sie das vom Integrationsamt entwickelte Antragsformular. Die erforderliche Zustimmung ist der wesentliche Inhalt des besonderen Kündigungsschutzes. Erst wenn die Entscheidung des Integrationsamtes in Form der Zustimmung vorliegt, darf der Arbeitgeber die Kündigung erklären. Die ohne vorherige Zustimmung des Integrationsamtes ausgesprochene Kündigung ist unwirksam. Sie kann auch nicht nachträglich durch das Integrationsamt genehmigt werden. Die Zustimmung ist notwendig für ordentliche und außerordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber.

Zustimmungsfrei ist die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, z.B. durch

  • einen einvernehmlichen Aufhebungsvertrag,
  • eine Kündigung von Seiten des schwerbehinderten Menschen oder durch
  • Fristablauf bei einem befristeten Arbeitsverhältnis.

Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen ist hingegen zustimmungspflichtig, wenn sie bei Eintritt der Berufsunfähigkeit oder der Erwerbsunfähigkeit auf Zeit teilweiser und voller Erwerbsminderung auf Zeit ohne Kündigung erfolgt.

Der Kündigungsschutz in Teil 2 SGB IX ist ein zusätzlicher Schutz. Daneben hat der schwerbehinderte Mensch wie jeder Arbeitnehmer den allgemeinen Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Dabei ist das Kündigungsverfahren gemäß SGB IX dem arbeitsgerichtlichen Kündigungsverfahren nach dem KSchG vorgeschaltet. Erst nach zustimmender Entscheidung durch das Integrationsamt kann die Kündigung ausgesprochen werden. Daran anschließend kann von dem Arbeitnehmer die Kündigung angefochten werden. Verzichtet der schwerbehinderte Mensch etwa durch eigene Kündigung oder durch Abschluss eines Aufhebungsvertrages auf den besonderen Kündigungsschutz, hat er nach seinem Ausscheiden aus dem Betrieb möglicherweise finanzielle Nachteile in Kauf zu nehmen, wie z.B. eine Sperrzeit für die Zahlung des Arbeitslosengeldes.

Ausnahmeregelungen:

Einige Ausnahmen von der notwendigen Zustimmung des Integrationsamtes bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber enthält § 90 SGB IX. Hiernach ist u.a. die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen innerhalb von 6 Monaten seit Bestehen des Arbeitsverhältnisses zustimmungsfrei. Es genügt, wenn der Arbeitgeber die Kündigung innerhalb der Sechsmonatsfrist erklärt, selbst wenn die Kündigungsfrist danach endet. Zustimmungsfrei sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Kündigungen von schwerbehinderten Menschen, die sozial abgesichert sind; ferner Kündigungen der in § 90 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 SGB IX genannten Beschäftigungsverhältnisse.

Nachweis der Voraussetzungen:

Der besondere Kündigungsschutz setzt eine Schwerbehinderung oder Gleichstellung des Arbeitnehmers voraus. Der Nachweis der Schwerbehinderung wird im Allgemeinen geführt durch den Schwerbehindertenausweis des Versorgungsamtes, die Gleichstellung durch die Anerkennung der zuständigen Agentur für Arbeit.

Hat der Arbeitgeber zum Zeitpunkt der Kündigung keine Kenntnis davon, dass der Arbeitnehmer vor der Kündigung anerkannter schwerbehinderter Mensch war, dann muss der Arbeitnehmer ihm dies innerhalb von 3 Wochen mitteilen; andernfalls macht die fehlende Zustimmung des Integrationsamtes die Kündigung nicht unwirksam.

Begleitende Hilfe im Arbeitsleben für schwerbehinderte Menschen

Die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben ist Aufgabe des Integrationsamtes (§ 102 Abs. 1 SGB IX). Sie soll dahin wirken, dass die schwerbehinderten Menschen

  • in ihrer sozialen Stellung nicht absinken,
  • auf Arbeitsplätzen beschäftigt werden, auf denen sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse voll verwerten und weiterentwickeln können,
  • durch Leistungen der Rehabilitationsträger und Maßnahmen der Arbeitgeber befähigt werden, sich am Arbeitsplatz und im Wettbewerb mit nicht behinderten Menschen zu behaupten.

Unabhängig davon, ob Maßnahmen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation vorausgegangen sind, umfasst die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben alle Maßnahmen und Leistungen, die erforderlich sind, um dem schwerbehinderten Menschen die Teilhabe im Arbeitsleben und damit in der Gesellschaft zu sichern und Kündigungen zu vermeiden. Folgende beispielhaft aufgeführte Hilfen kommen in Betracht:

Leistungen an schwerbehinderte Menschen (Gesamtübersicht, PDF, 0.2 MB)

  • Persönliche Hilfen: Beratung und Betreuung in allen Fragen des Arbeitslebens, insbesondere bei persönlichen Schwierigkeiten, bei Arbeitsplatzproblemen, bei Umsetzungen, bei Fragen im Zusammenhang mit der Schwerbehinderung, bei Konflikten mit Kollegen, Vorgesetzten und dem Arbeitgeber, bei Gefährdung des Arbeitsplatzes bis hin zur psychosozialen Betreuung, um schwerwiegende Konflikte zu lösen.
  • Finanzielle Leistungen: Technische Arbeitshilfen, Hilfen zum Erreichen des Arbeitsplatzes, Leistungen zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit, Wohnungshilfen zur Beschaffung, Ausstattung und Erhaltung einer Wohnung, die den besonderen Bedürfnissen des schwerbehinderten Menschen entspricht, zur Teilnahme an Maßnahmen zur Erhaltung und Erweiterung beruflicher Kenntnisse und Fähigkeiten, Hilfen in besonderen Lebenslagen sowie für eine notwendige Arbeitsassistenz.

Leistungen an den Arbeitgeber (Gesamtübersicht, PDF, 0.3 MB)

  • Beratung bei der Auswahl des geeigneten Arbeitsplatzes für schwerbehinderte Menschen, bei der behindertengerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen, bei Problemen im Zusammenhang mit der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, psychosoziale Beratung zur Beseitigung von besonderen Problemen, Information über Lösungsmöglichkeiten.
  • Finanzielle Leistungen zur Schaffung neuer und behindertengerechter Einrichtung und Gestaltung vorhandener Arbeitsplätze für schwerbehinderte Beschäftigte, Leistungen bei außergewöhnlichen Belastungen, die mit der Beschäftigung besonders betroffener schwerbehinderter Menschen verbunden sind (§ 27 SchwbAV).

Hinweis: Die Antragstellung auf Leistungsgewährung an das Integrationsamt erfolgt formlos.

Unterstützung des betrieblichen Integrationsteams:

Die Schwerbehindertenvertretung, der Beauftragte des Arbeitgebers und der Betriebsrat oder Personalrat werden unterstützt durch:

  • Schulungs- und Bildungsmaßnahmen
  • Beratungen im Einzelfall
  • Mithilfe zur Lösung von Konflikten

Kontinuität der Beratung und Betreuung: Die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben beginnt bereits in der Vorphase einer Einstellung und soll die schwerbehinderten Menschen im gesamten Arbeitsleben begleiten. Das Integrationsamt soll stets als Ansprechpartner für die schwerbehinderten Menschen, die Arbeitgeber und das Integrationsteam zur Verfügung stehen. Dabei sind oft schwierige behinderungsspezifische, technische und organisatorische Probleme zu lösen. Die Integrationsämter haben deshalb besondere Fachdienste eingerichtet. Das Integrationsamt in Mecklenburg-Vorpommern verfügt in jeder Dienststelle über einen Berufsbegleitenden Dienst und einen Technischen Fachdienst.

Zuständigkeit des Integrationsamtes und der Rehabilitationsträger:

Die Leistungen persönlicher und finanzieller Art stellen eine individuelle, auf die besonderen Anforderungen des Arbeitsplatzes abgestellte Ergänzung der Leistungen der Rehabilitationsträger dar. Bei finanziellen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben kann es im Einzelfall zweifelhaft sein, ob das Integrationsamt oder ein Rehabilitationsträger zuständig ist. Für diesen Fall regelt die Zuständigkeitsklärung (§ 14 SGB IX), wie zu verfahren ist.

Die Vorschrift über die Erstattung selbstbeschaffter Leistungen (§ 15 SGB IX) findet auf das Integrationsamt keine Anwendung. Eine Aufstockung der Leistungen der Rehabilitationsträger durch Leistungen des Integrationsamtes im Rahmen der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben ist nicht zulässig (Aufstockungsverbot).

Berufsbegleitender Dienst

Der Berufsbegleitende Dienst ist ein spezieller Fachdienst des Integrationsamtes. Hier arbeiten ausgebildete Diplom-Psychologen der Fachrichtungen "Arbeits- und Ingenieurpsychologie" sowie der "Klinischen Psychologie" mit Berufserfahrungen aus dem Gesundheitswesen, der Rehabilitation und der Berufsbildung- und Beratung.

Der Berufsbegleitende Dienst besitzt Kenntnisse über

  • Krankheitsbilder und Behinderungen, Therapie- und Rehabilitation
  • Sozial- und Arbeitsrecht

Aufgabe des Berufsbegleitenden Dienstes ist es

  • Arbeitnehmer zu beraten und zu unterstützen, die aufgrund ihrer Behinderung Probleme am Arbeitsplatz haben und deren Arbeitsverhältnis dadurch gefährdet wird
  • in Konfliktsituationen zu vermitteln und den Verlauf zu begleiten
  • Arbeitgeber und Kollegen über behinderungsbedingte Besonderheiten und deren Auswirkungen auf den Arbeitsplatz aufzuklären und zu beraten
  • Arbeitgeber über mögliche finanzielle Hilfen des Integrationsamts zu informieren und bei deren Umsetzung zu unterstützen
  • Arbeitsplatzbeschreibungen und Leistungseinschätzungen zu erstellen

Der Berufsbegleitende Dienst arbeitet zusammen mit

  • dem betrieblichen Integrationsteam
  • Sozialdiensten, Ärzten,
  • Reha-Trägern,
  • Gebärdensprachdolmetschern
  • Angehörigen

Kontakte erfolgen auf Wunsch vertraulich und unter Berücksichtigung des Datenschutzes.

Technischer Fachdienst

Der Technische Fachdienst ist ein Fachdienst des Integrationsamtes. Die Beratenden Ingenieure kennen sich aus in Fragen der Ergonomie und haben Erfahrungen mit den Auswirkungen von Behinderungsarten. Mit diesem "Rüstzeug" gehen sie in die Betriebe und beraten vor allem Arbeitgeber, schwerbehinderte Menschen und das betriebliche Integrationsteam in allen technischen und organisatorischen Fragen und entwickeln in Zusammenarbeit mit ihnen Lösungsvorschläge.

Der Technische Fachdienst besitzt Fachkenntnisse in

  • den neuesten Entwicklungen der technischen Arbeitshilfen für behinderte Menschen
  • Ergonomie
  • Arbeitsmedizin
  • Arbeitspsychologie
  • Arbeitssicherheit
  • Betriebswirtschaft

Aufgabe des Technischen Fachdienstes ist es

  • behinderungsgerechte Arbeitsplätze in Betrieben und Dienststellen zu ermitteln,
  • Arbeitsplätze wie auch das Arbeitsumfeld durch technisch/organisatorische Maßnahmen an die Behinderung des Beschäftigten anzupassen,
  • neue Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen zu schaffen, die eingestellt oder die innerbetrieblich umgesetzt werden sollen,
  • Seminare und andere Bildungsangebote vor allem für das betriebliche Integrationsteam - Schwerbehindertenvertretung, Betriebs- oder Personalrat und Beauftragter des Arbeitgebers - durchzuführen.

Kooperation: Sie arbeiten eng zusammen mit dem betrieblichen Integrationsteam, aber auch mit Arbeitsmedizinern und Psychologen sowie den Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Sicherheitsbeauftragten.

Integrationsfachdienste

Für welchen Personenkreis werden die Integrationsfachdienste (IFD) tätig?

Die IFD werden für schwerbehinderte, behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen mit einem besonderen Bedarf an arbeits- und berufsbegleitender Betreuung tätig. Ein besonderer Bedarf ist insbesondere gegeben bei Menschen mit geistiger oder seelischer Behinderung oder mit einer schweren Körper-, Sinnes- oder Mehrfachbehinderung, die sich im Arbeitsleben besonders nachteilig auswirkt. Jeder Betroffene aber auch der Arbeitgeber, ein Kollege, der behandelnde Arzt oder Familienangehörige kann Kontakt zum IFD aufnehmen.

Wer bezahlt die Leistungen des IFD?

Der IFD arbeitet im Auftrag des Integrationsamtes oder eines Rehabilitationsträgers. In einem ersten persönlichen Gespräch wird geklärt, welche Maßnahmen erforderlich sind und wer der Kostenträger für weitere Leistungen des IFD ist. Grundsätzlich werden nur Maßnahmen eingeleitet mit denen der Rat- oder Hilfesuchende einverstanden ist. Es entstehen keine Kosten für den Rat- oder Hilfesuchenden.

Welche Leistungen können vom IFD erbracht werden?

In Abhängigkeit vom Auftrag des Kostenträgers kann der IFD u.a. folgende Leistungen erbringen:

  • Beratung und Unterstützung des Betroffenen mit dem Ziel der Erhaltung eines bestehenden Arbeitsverhältnisses (im Auftrag des Integrationsamtes oder Rehabilitationsträgers)
  • Beratung und Unterstützung des Betroffenen bei der Erlangung eines geeigneten Arbeitsplatzes (im Auftrag eines Rehabilitationsträgers),
  • mit Zustimmung des Betroffenen die Mitarbeiter im Betrieb oder der Dienststelle über Art und Auswirkungen der Behinderung und über entsprechende Verhaltensregeln informieren (z.B. im Rahmen eines Betrieblichen Eingliederungsverfahrens),
  • als Ansprechpartner für den Arbeitgeber des Betroffenen zur Verfügung stehen, diesen über Leistungsmöglichkeiten informieren und bei der Beantragung von Leistungen beim zuständigen Leistungsträger unterstützen.

Wie finde ich den für mich zuständigen IFD?

Maßgebend für die Bestimmung der Zuständigkeit des IFD ist der Arbeitsort des schwerbehinderten Menschen. Fehlt ein solcher, bestimmt sich die örtliche Zuständigkeit nach dem Wohnort des Betroffenen. Die genaue Zuständigkeit finden Sie bei den Kontaktdaten.

Initiative Inklusion

Unter den Kontaktdaten finden Sie Ansprechpartner zu den einzelnen Handlungsfeldern der Initiative Inklusion.

Integrationsteam

Nach dem Schwerbehindertenrecht (Teil 2 SGB IX) unterstützen die Mitglieder des Integrationsteams in den Betrieben und Dienststellen die Teilhabe schwerbehinderter Menschen im Arbeitsleben und in der Gesellschaft. Das Integrationsteam (früher „Helfergruppe”) besteht – gemäß §§ 93, 95 und 98 SGB IX – aus folgenden betrieblichen Helfern:

  • Betriebsrat oder Personalrat,
  • Schwerbehindertenvertretung und
  • Beauftragter des Arbeitgebers.

Aus diesen Bestimmungen folgt, dass der Gesetzgeber die Sicherung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen im Arbeitsleben und in der Gesellschaft nicht allein Behörden überlassen hat, sondern großen Wert auf die eigenverantwortliche Mitwirkung der betrieblichen Helfer legt. Im Unterschied und als wesentliche Ergänzung zu den Leistungen der Rehabilitationsträger und des Integrationsamtes soll die betriebliche Selbsthilfe aktiviert werden.

Aufgaben: Die Aufgabe der betrieblichen Helfer besteht im Wesentlichen darin, die betrieblichen Möglichkeiten für eine den Fähigkeiten und der Behinderung entsprechende Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen voll auszuschöpfen. Dabei sollen sie untereinander – in Form des Integrationsteams – und mit den behördlichen Aufgabenträgern eng zusammenarbeiten (§ 99 SGB IX).

Das Integrationsteam wirkt maßgeblich bei der Erarbeitung und beim Abschluss einer Integrationsvereinbarung mit. Das Integrationsteam tritt bei Bedarf oder auch regelmäßig zusammen und ist offen für die Mitarbeit weiterer Helfer, z.B. der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder des Betriebsarztes.

Schulungs- und Bildungsmaßnahmen für das betriebliche Integrationsteam

Die Integrationsämter führen Schulungs- und Bildungsmaßnahmen für die betrieblichen Integrationsteams durch (§ 102 Abs. 2 Satz 6 SGB IX). Wesentliche Inhalte und Ziele der Veranstaltungen sind die Vermittlung grundlegender Kenntnisse für die besonderen Aufgaben der Mitglieder des Integrationsteams nach dem Schwerbehindertenrecht (Teil 2 SGB IX), der Erfahrungsaustausch sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit im Integrationsteam und mit außerbetrieblichen Stellen. Das SGB IX sieht ausdrücklich auch die Teilnahme des Beauftragten des Arbeitgebers vor.

Die Schwerbehindertenvertretung und der Betriebs- oder Personalrat sind für die Teilnahme ohne Minderung des Arbeitsentgelts von der Arbeit freizustellen (§ 96 Abs. 4 SGB IX i.V.m. § 37 Abs. 6 BetrVG). Die den Teilnehmern entstehenden Kosten hat der Arbeitgeber zu tragen.

Aufklärungsmaßnahmen des Integrationsamtes, deren Gegenstand die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben ist, können aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert werden. Darunter fallen z.B. Informationsschriften, Ausstellungen und Arbeitstagungen des Integrationsamtes, die dieses Thema behandeln.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Unterstütze Beschäftigung

"Unterstütze Beschäftigung" leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention im Rahmen der Teilhabe am Arbeitsleben.

Ein Kurzfilm macht uns bekannt mit:

Steffen Schneider - Er arbeitet bei der Messe- & Dekobau Lehmann e. K. mit Sitz in Cottbus.
Paul Höppner - Er reinigt Reisebusse bei der Barnimer Busgesellschaft in Eberswalde.
Claudia Hannemann - Sie verkauft im CAP-Markt Cottbus frische Lebensmittel.

Alle drei haben den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Der Film erzählt, wie die behinderten jungen Menschen und ihre Arbeitgeber zusammengefunden haben und warum es sich gelohnt hat, diesen Weg zu gehen.

Der Film wurde 2013 im Auftrag des Integrationsamtes beim Landesamt für Soziales und Versorgung Land Brandenburg und der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit produziert.

Das LAGuS, Integrationsamt, dankt den Produzenten und Herausgebern dieses gelungenen Kurzfilms für die Möglichkeit, ihn auf unserer Homepage präsentieren zu dürfen.

Informationsmaterial / Formulare

Formulare / Anträge

Antrag auf Zustimmung zur Kündigung für einen schwerbehinderten Arbeitnehmer

Merkblätter / Empfehlungen

Merkblatt zur Gewährung von Leistungen für Gebärdensprachdolmetscher