Feuerwerk zum Jahreswechsel – nicht nur die Ohren leiden

27.12.2017  | GES  | LAGuS - Gesundheit

Zum Jahreswechsel wird es noch einmal richtig laut. Böller und Feuerwerk sollen die bösen Geister vertreiben. Wer nicht aufpasst, kann durch das Böllern jedoch auch „böse Geister“ heraufbeschwören. Feuerwerk soll Spaß machen, kann aber gefährlich sein.

Kauf und Einsatz von Feuerwerk sind im Sprengstoffgesetz und in den dazugehörigen Verordnungen geregelt. In diesem Jahr darf Pyrotechnik der Kategorie II ab dem 28. Dezember verkauft und am 31. Dezember und 1. Januar gezündet werden, aber nur von Personen ab 18 Jahren. Mit diesem legalen Feuerwerk sollte niemand Unfug treiben, denn die Feuerwerkskörper können bis zu 500 Gramm Explosivstoff enthalten. Wurde so eine Batterie erst einmal gezündet, ist sie nicht mehr zu stoppen. Durch leichtsinnige oder unsachgemäße Handhabung von Feuerwerk kann es beispielsweise zu Augenverletzungen, Verbrennungen und sogar zu Verstümmelungen kommen.

Durch das Abbrennen der Feuerwerkskörper gelangen zudem immer auch giftige Stoffe in die Luft, die Atembeschwerden und Asthmaanfälle auslösen können. Darum sollte man sich nie in den direkten Rauch stellen. Achten Sie am Silvesterabend vor allem auf Kinder, sie sollten aus sicherer Entfernung dem Feuerwerk zusehen.

Neben diesen naheliegenden Gefahren und direkt durch Explosionen hervorgerufenen Verletzungen sind aber auch Gehörschäden zu befürchten. Jährlich erleiden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. etwa 8.000 Menschen in Deutschland Verletzungen des Innenohres durch explodierende Feuerwerkskörper. Die Symptome eines Knall- oder Explosionstraumas, wie Ohrenschmerzen, Schwindel und eine gedämpfte Geräuschwahrnehmung oder Tinnitus (dauerhaftes Ohrengeräusch/Pfeifen), klingen zwar oft wieder ab, in vielen Fällen jedoch bleibt das Gehör lebenslang geschädigt.

Das Tückische an den Explosionsgeräuschen sind die kurzen Einwirkzeiten von etwa 25 Millisekunden. Bei einer so kurzen Expositionsdauer ist die Lautstärkeempfindung stark eingeschränkt, weshalb man den Lärm nicht als so belastend wahrnimmt. Ihre gefährliche Wirkung verlieren die Geräusche jedoch nicht. Ab Schallpegeln von etwa 130 bis 140 Dezibel (dB) kann es auch bei kurzzeitigem Auftreten zu Gehörschäden kommen und viele Feuerwerkskörper überschreiten diesen Wert je nach Abstand zur Explosion. Vor allem, wenn man sich sehr nahe bei der Explosion befindet, sind die Pegel sehr hoch. Unterhalb von etwa zwei bis drei Metern Abstand steigt die Gefahr für das Gehör schnell an. Der Gesetzgeber schreibt für Böller der Kategorie II acht Meter Sicherheitsabstand vor.

Wer sich selbst schützen will, könnte in der Silvesternacht einen Gehörschutz tragen und sollte auf ausreichend Sicherheitsabstand achten, wenn er sich in der Nähe von Feuerwerkskörpern aufhält. Wer nach dem Böllern Tinnitus oder Ohrenschmerzen verspürt oder noch am nächsten Morgen ein vermindertes Hörvermögen wahrnimmt, sollte möglichst schnell einen Facharzt aufsuchen. Am Neujahrstag gilt es in jedem Fall, dem Gehör eine Erholungspause zu gönnen.

Besondere Vorsicht ist generell vor illegalen Knallkörpern aus Osteuropa geboten, deren Explosionskraft deutlich über derjenigen von in Deutschland erhältlichen Knallkörpern liegen kann. Das Abbrennen von illegal eingeführten oder selbst hergestellten Feuerwerkskörpern ist zum einen extrem gefährlich und zum anderen verboten und wird als Straftat gehandhabt.