Jugendgesundheit

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Jugendliche

Neben den Früherkennungsuntersuchungen für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder wird seit 1998 eine weitere Vorsorgeuntersuchung für Jugendliche kostenfrei angeboten. Diese J1-Untersuchung können alle Mädchen und Jungen zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr in Anspruch nehmen.

Erinnerung für Eltern in M-V

Bei den Kindern bis zum 6. Lebensjahr sind noch sehr gute bis gute Teilnahmeraten an den Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 zu verzeichnen. Die J1 dagegen wird nur von weniger als 40 % der Jugendlichen wahrgenommen. Um die Teilnahmequoten in M-V positiv zu beeinflussen, werden zum Ende jeden Quartals Elternbriefe zur J1-Erinnerung an die Haushalte aller Kinder versendet, die aktuell ihren 12. Geburtstag gefeiert haben.

Ziel soll sein, die Teilnahme an der J1-Untersuchung in M-V zu steigern und damit gleichzeitig die Impfquoten der Jugendlichen kontinuierlich zu verbessern. Durch den Arztbesuch im Rahmen der J1 können die Jugendlichen alle Fragen rund um ihre Gesundheit und die Pubertät mit den betreuenden Ärzten besprechen.

Was ist die J1?

  • Es handelt sich um eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung, die dir sagt, ob alles okay ist.
  • Dein Körper wird auf eventuelle Störungen und Erkrankungen untersucht.
  • Deine körperliche Entwicklung und dein Wachstum werden überprüft.
  • Dein Impfstatus wird kontrolliert.
  • Du kannst alle deine Fragen zu Gesundheitsthemen und zum Erwachsenwerden (Veränderungen in der Pubertät, Sexualität, Verhütung) loswerden – dies ist ein Angebot, keine Pflicht!
  • Alles, was besprochen wird, unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht.

Was passiert bei der J1?

Nachdem der Arzt/die Ärztin mit dir geklärt hat, ob Du von der Schweigepflicht gegenüber den Eltern Gebrauch machen möchtest oder nicht, wird mit der Untersuchung begonnen.

Erhebung der Anamnese (Krankenvorgeschichte)

Der Arzt/die Ärztin befragt dich zu deiner Gesundheit und deinem allgemeinen Befinden. Fragen betreffen zum Beispiel:

  • chronische Erkrankungen, körperliche Behinderungen, seelische Störungen
  • Familie / soziales Umfeld
  • schulische Entwicklung
  • Gesundheitsverhalten
  • Motorik
  • seelische Entwicklung
  • Pubertät und Verhütung

Einen Teil der Informationen zu dir und deiner Familie hat der Arzt bereits aus dem von deinen Eltern ausgefüllten Fragebogen erfahren und wird im Gespräch mit dir Genaueres besprechen.

Körperliche Untersuchung

  • Messen von Größe, Gewicht, Blutdruck
  • Abhören von Herz und Lunge
  • Abtasten des Bauchraumes
  • Untersuchung der Wirbelsäule, Gelenke sowie der Sinnesorgane
  • Eventuell Urin- und Blutentnahme

Kontrolle des Impfstatus

  • Prüfung der Vollständigkeit bisher durchgeführter Impfungen
  • Ermittlung erforderlicher Nach- bzw. Auffrischimpfungen
  • Gegebenenfalls Terminvereinbarungen, wenn weitere Impfungen nötig sind

Beratung und Auswertung

  • Bewertung aller Ergebnisse und Befunde und Besprechung mit dir
  • Deine Gelegenheit, weitere Fragen zu stellen

Was brauchst Du für die Untersuchung?

  • Einen Termin bei deinem Arzt/deiner Ärztin
  • Deine Krankenversicherungskarte
  • Dein Impfbuch
  • Das gelbe Untersuchungsheft, wenn vorhanden
  • Wichtige Informationen zu dir und deiner Familie, die du mithilfe deiner Eltern in dem Fragebogen angeben kannst

Bei diesem Termin handelt es sich um eine Vorsorgeuntersuchung und aus diesem Grund ist keine Praxisgebühr zu zahlen.

Übersicht: Welche Impfungen gibt es?

Gegen folgende Krankheiten solltest du geimpft sein:

Tetanus / Diphtherie / Kinderlähmung / Keuchhusten

Gegen diese vier kann man sich mit einer einzigen Spritze eine wirksame Auffrischung holen, die für 10 Jahre schützt.

Erkrankungen

Tetanus (Wundstarrkrampf): Bakterium, das sehr schmerzhafte Muskelkrämpfe auslöst und in Erde, Schmutz und Staub vorkommt. Die Erreger kommen schon über kleinste Wunden in den Körper.

Diphtherie: Das Bakterium verursacht schwere Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum mit Atemnot und Befall anderer Organe, z. B. des Herzens. Wird durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten und Niesen übertragen.

Keuchhusten (Pertussis): Bakterium, das typische und äußerst heftige Hustenanfälle auslöst. An Keuchhusten kann man mehrmals erkranken. Übertragung durch Tröpfcheninfektion.

Kinderlähmung (Poliomyelitis): Viren, die schwerste bleibende Lähmungen verursachen können. Ansteckung von Mensch zu Mensch.

Masern / Mumps / Röteln

Gegen diese drei gibt es einen Kombi-Impfstoff, den MMR-Impfstoff: Ein Piks = 3-facher Schutz. Meist bekommt man seine Impfungen schon als Kind. Wurde das vergessen, sollten die fehlenden Impfungen im Zuge  der J1 nachgeholt werden.

Erkrankungen

Masern, Mumps, Röteln sind Viruskrankheiten und werden durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Masern: hohes Fieber, Hautausschlag und Bindehautentzündung. Schwere Komplikationen wie Hirnentzündung sind gefürchtet.

Mumps: Fieber, Kopf-, Hals- und Ohrenschmerzen. Entzündung der Speichel- und anderer Drüsen.

Röteln: eigentlich harmlos, außer wenn sich eine Schwangere erstmals infiziert. Dann kann das Kind schwer geschädigt werden. Die Impfung dient auch dazu, die Erreger so weit zurückzudrängen, dass auch Ungeschützte sicher vor der Ansteckung sind.

Windpocken

Wer die Windpocken noch nicht hatte oder noch nicht geimpft ist, sollte spätestens jetzt die beiden Windpocken-Impfungen bekommen, denn je älter man ist, desto schwerer die Symptome.

Erkrankung

Typischer, stark juckender Hautausschlag, oft mit bleibenden Narben. Komplikationen sind z.B. Lungenentzündung oder später Gürtelrose. Übertragung durch Tröpfcheninfektion.

Meningokokken C

Eine einmalige Impfung wird bis zum 18. Geburtstag empfohlen – je früher, desto besser!

Erkrankung

Schwere bakterielle Infektionskrankheit, die zu eitriger Hirnhautentzündung und Blutvergiftung führen kann. Schwerste Verläufe sind möglich. Ansteckung durch Tröpfcheninfektion.

Hepatitis B (HB) und Humane Papillomviren (HPV)

Beide werden durch Viren verursacht und beide vor allem sexuell übertragen, HB auch durch Blutkontakt. Und gegen beide kann man impfen: gegen Hepatitis B alle Jungen und Mädchen, gegen HPV Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Mit der HPV-Impfung sind junge Frauen zu mehr als 70 Prozent gegen Gebärmutterhalskrebs geschützt. Ein HPV-Impfstoff schützt außerdem vor Genitalwarzen. Kondome können nicht immer die Übertragung von HPV verhindern, schützen aber vor einigen anderen sexuell übertragbaren Infektionen, gegen die es noch keine Impfungen gibt (HIV, Hepatitis C u.a.) und sind daher auch für Geimpfte wichtig.

Erkrankungen

Hepatitis B ist eine Leberentzündung. Die Krankheit kann chronisch werden.

HPV können Jahre nach der Ansteckung Gebärmutterhalskrebs verursachen. Andere Typen rufen sehr unangenehme Genitalwarzen hervor.

Die J1 ist der ideale Zeitpunkt, den Impfschutz zu überprüfen und zu ergänzen.

Kontakt

Sabine Wächter
Telefon: 0381-4955 375
Telefax: 0381-4955 314
Hausanschrift
Landesamt für Gesundheit und Soziales
Gertrudenstr. 11
18057 Rostock
Telefon: 0381 4955-312
Telefax: 0381 4955314