Infektionskrankheiten

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Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten sind Erkrankungen, die durch Ansteckung mit bestimmten Erregern – z. B. Bakterien und Viren – hervorgerufen werden. Viele Infektionskrankheiten können von Mensch zu Mensch übertragen werden, sind also – umgangssprachlich – ansteckend.

Auf dieser Seite finden Sie kurze Beschreibungen von Erregern meldepflichtiger Infektionskrankheiten.

Den aktuellen Wochenbericht sowie den Jahresbericht finden Sie hier.

Für Expertinnen/Experten ist hier die aktualisierte Richtlinie des Landes Mecklenburg-Vorpommern über Maßnahmen bei Auftreten von Infektionskrankheiten mit hoher Kontagiosität und/oder Erregern besonderer Pathogenität hinterlegt.

Borreliose

Die Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Europa.

Erreger und Übertragung

Die Borreliose wird durch ein Bakterium hervorgerufen, das sich im Darm von Zecken vermehrt. Beim Zeckenstich gelangt es mit den Sekreten der Zecke in den Körper des Menschen.
5 - 60 % der Zecken sind in Deutschland von Borrelien befallen, im Süden häufiger als im Norden (hier ca. 7%).

Krankheitsverlauf

Das klinische Bild kann in Früh- und Spätmanifestationen eingeteilt werden. Die früher übliche Einteilung in Stadien wird nicht mehr verwendet, da es auch Spätmanifestationen ohne Durchlaufen eines frühen Stadiums geben kann.

Frühmanifestationen:

Typische Manifestation ist die Wanderröte (Erythema migrans). Die Inkubationszeit beträgt einige Tage bis 4 Wochen. Das Erythem kann schmerzlos, aber auch juckend oder brennend sein. Zusätzlich können unspezifische Allgemeinbeschwerden bestehen. Die Diagnose der Wanderröte ist eine Blickdiagnose, eine Bestätigung über das Blut ist nicht erforderlich.

Ebenfalls zu den Frühmanifestationen gehört die akute Neuroborreliose, die bereits drei bis sechs Wochen nach der Infektion auftreten kann. Sie ist durch typische klinische Symptome gekennzeichnet. Am häufigsten findet sich eine schmerzhafte Nervenwurzelentzündung (Radikuloneuritis) mit Lähmungen und Sensibilitätsstörungen (Bannwarth-Syndrom). Es können auch die Hirnnerven beteiligt sein; hierbei kann es zur akuten halbseitigen Gesichtslähmung und/oder zu Doppelbildern durch Augenmuskellähmung kommen. Seltener kommt es zu einer isolierten Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns (Meningitis oder Encephalitis), hiervon sind Kinder häufiger als Erwachsene betroffen.

Selten kommt es zu kardialer Borreliose mit Reizleitungsstörungen des Herzens.

Spätmanifestationen:

Häufig kommt es Monate bis Jahre nach einer unbehandelten Borrelieninfektion zu einer schubweise oder chronisch verlaufenden Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis) die ein oder mehrere  Gelenke befallen kann. Selten sind Hautschwund mit homogen-rötlicher Verfärbung der Haut und verstärkter Gefäßzeichnung. Noch seltener kann es Jahre nach einer unbehandelten Infektion zu einer chronischen Hirn-Rückenmarksentzündung kommen.

Prävention

Da noch kein Impfstoff zur Verfügung steht, ist der beste Schutz vor einer Borreliose die Vermeidung eines Zeckenstichs.

Folgende vorbeugende Maßnahmen sollten ergriffen werden:

  • Bei Spaziergängen im Wald die Wege benutzen und dichtes Unterholz, Gebüsch sowie hohes Gras meiden;
  • Tragen heller, geschlossener Kleidung (langärmeliges Hemd, Hosenbeine in Socken stecken, festes Schuhwerk, Kopfbedeckung [bei kleinen Kindern]);
  • Nach Verlassen der Zeckengebiete sorgfältiges Absuchen der Kleidung und des Körpers nach Zecken.

Sollte es dennoch einer Zecke gelungen sein, sich festzusetzen, sollte sie so bald wie möglich entfernt werden, damit die Dauer des Saugaktes und damit  das Infektionsrisiko nicht zunimmt, wobei die Übertragung von Borrelien, die sich im Darm der Zecke befinden, mindestens 12 - 24 h beträgt.

Die Zecke sollte direkt über der Haut am Kopf mit einer spitzen Pinzette oder Zeckenzange nach hinten-oben (entgegengesetzt zur Stichrichtung) vorsichtig herausgezogen werden. Leicht drehende Bewegungen vor dem Ziehen erleichtern die Ablösung. Zu beachten ist, dass der Zeckenleib nicht zerquetscht oder zerdrückt und die Zecke vor dem Entfernen nicht mit Öl, Salben oder ähnlichen Substanzen bedeckt wird, da durch den induzierten Stress die Abgabe der Borrelien befördert werden könnte. Nach dem Entfernen sollte eine Wunddesinfektion vorgenommen werden.

Ein Arzt ist unbedingt aufzusuchen, wenn es zu Entzündungen an der Stichstelle kommt oder sich eine ring- oder flächenförmige Rötung um den Zeckenstich bildet.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch Zecken (Holzbock) auf den Menschen übertragbare Infektion, die mit einer fieberhaften Erkrankung unter Beteiligung des Hirns und der Hirnhäute einhergehen kann.

Erreger und Übertragungsweg

Verursacher ist das FSME-Virus, das durch den Stich einer infizierten Zecke, in sehr seltenen Fällen durch erregerhaltige Schafs- oder Ziegenmilch übertragen wird. FSME tritt fast ausschließlich in ausgewiesenen Risikogebieten auf. In Deutschland sind dies besonders die Landkreise in Süddeutschland, vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen und Thüringen. Mecklenburg-Vorpommern ist kein Endemiegebiet. FSME ist auch in anderen Ländern Europas verbreitet. Ca. 0,1 - 5% aller Zecken in den Verbreitungsgebieten sind mit dem Virus infiziert.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Nicht jede Infektion führt zu einer Erkrankung. Von den Menschen, die von einer FSME-infizierten Zecke gestochen werden, erkrankt etwa jeder Dritte. Bei den anderen verläuft die Infektion ohne merkliche Krankheitszeichen.

Die symptomatische Erkrankung  verläuft im typischen Fall in zwei Phasen.

Phase I:
Die FSME-Erkrankung beginnt mit mäßigem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Grippe, und hält nur wenige Tage an.

Phase II:
Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus das zentrale Nervensystem und führt nach 1 - 2 Wochen zu Fieber, Erbrechen und Reizerscheinungen an den Hirnhäuten. Auch Starrezustände des Körpers und tiefe Bewusstlosigkeit sind möglich. In seltenen Fällen sind als Folge langanhaltende Kopfschmerzen und Restlähmungen beobachtet worden.

Prävention

Eine aktive Schutzimpfung zur Verhütung der FSME steht zur Verfügung und wird allen Personen empfohlen, die in Endemiegebieten wohnen oder in diese reisen und intensiven Kontakt zur Natur haben (Waldspaziergänger, Campingurlauber).

Weitere vorbeugende Maßnahmen vor einem Zeckenstich sind:

  • Bei Spaziergängen in Risikogebieten Wege benutzen und dichtes Unterholz, Gebüsche sowie hohes Gras meiden.
  • Helle, geschlossene Kleidung tragen (langärmelige Hemden, Hosenbeine in Socken stecken, festes Schuhwerk, Kopfbedeckung)
  • Sorgfältiges Absuchen der Kleidung und des Körpers auf Zecken nach Verlassen der Zeckengebiete (auch Haaransatz kontrollieren); helle Kleidung erleichtert das Auffinden.

Hepatitis

Hepatitis A

Bei der Hepatitis A handelt es sich um eine ansteckende akute Entzündung der Leber. Umgangssprachlich wird sie auch als infektiöse Gelbsucht bezeichnet.

Erreger und Übertragungsweg

Die Infektion mit dem Virus erfolgt über die Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln oder Wasser bzw. durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch. Infizierte Personen scheiden das Virus mit dem Stuhl aus, das dann durch verunreinigte Speisen und Getränke oral aufgenommen oder als Schmierinfektion direkt über die Hände oder verunreinigte Gegenstände weitergegeben wird. In tropischen und subtropischen Ländern mit eher niedrigem Hygienestandard ist die Gefahr der Infektion relativ hoch.

Ansteckungsfähigkeit

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt 15-50 Tage (im Mittel 25-30 Tage). Bereits etwa eine Woche nach Ansteckung beginnt die Virusausscheidung mit dem Stuhl. Am stärksten sind die Betroffenen in den zwei Wochen vor Ausbruch der Krankheit ansteckend. Nach Beginn der Erkrankung nimmt die Ansteckungsfähigkeit ab und bereits zwei Woche nach Krankheitsbeginn bzw. bis 7 Tage nach Auftreten der Gelbfärbung (Ikterus) ist der Betroffene als nicht mehr ansteckend anzusehen.

Krankheitsverlauf/ Symptome

– Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit und Bauchschmerzen
– erhöhte Temperatur
– Abgeschlagenheit
– Gelbfärbung der Haut oder der Augen
– Hautjucken
– sehr heller Stuhl und brauner Urin

Die Erkrankung äußert sich häufig nur in einer Abneigung gegen bestimmte Speisen und Nahrungsmittel (z.B. fetthaltige Speisen, Kaffee) oder Magen-Darm-Beschwerden. Es kann aber auch zur typischen Gelbfärbung von Haut und Bindehäuten kommen (Gelbsucht). Die Leber kann geschwollen und druckschmerzhaft sein. Dieser Zustand dauert mehrere Wochen an. Die Prognose ist meist gut. In wenigen Fällen (vor allem bei älteren und abwehrgeschwächten Menschen) kann es zu einem schweren Verlauf mit Todesfolge kommen.

Behandlung

Eine spezifische Therapie gibt es nicht. Durchzuführende Maßnahmen sind symptomatisch (körperlicher Schonung, Alkoholverzicht, kohlehydratreiche und fettarme Ernährung).

Prävention

Die beste vorbeugende Maßnahme gegen Hepatitis A ist die Schutzimpfung. Die aktive Immunisierung erzeugt schon 10 - 14 Tage nach einmaliger Injektion einen zuverlässigen Schutz gegen Hepatitis A, der bis zu einem Jahr anhält. Nach einer Auffrischung im Abstand von 6 (-12) Monaten hält dieser Schutz für die Dauer von mindestens 25-30 Jahren an.

Enge Kontaktpersonen zu einem an Hepatitis A-Erkrankten sollten sich umgehend von ihrem Arzt untersuchen lassen (Impfausweis mitbringen!) und ggf. eine Schutzimpfung erhalten (Riegelungsimpfung). Erfolgt die Impfung innerhalb von zehn Tagen nach Kontakt, ist es in ca. 80% der Fälle noch möglich, eine Infektion zu verhindern, aber auch später durchgeführte Impfungen können in vielen Fällen eine Erkrankung an Hepatitis A verhindern.
Eine einmal durchgemachte Hepatitis A bewirkt eine lebenslange Immunität.

Hygiene-Maßnahmen

- falls vorhanden: Nutzung einer eigenen Toilette
- keine gemeinsame Nutzung von Handtüchern, Wäsche, Toilettengegenständen/Hygieneartikeln des Erkrankten
- Wäsche, wenn möglich, mit 90°C- Programm waschen
- gute Küchenhygiene und Händehygiene (die Hände nach jedem Toilettenbesuch und vor dem Zubereiten von Lebensmitteln gründlich waschen)

Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen

Nach § 34 Infektionsschutzgesetz dürfen Personen, bei denen der Verdacht auf eine Hepatitis A besteht oder bei denen die Diagnose bestätigt wurde, eine Gemeinschaftseinrichtung, wie z. B. eine Kindertagesstätte oder Schule, nicht besuchen bzw. nicht in ihr tätig sein. Eine Wiederzulassung nach Krankheit ist 14 Tage nach Auftreten der ersten Symptome bzw. 7 Tage nach Auftreten der Gelbfärbung der Haut (Ikterus) möglich.
Ungeimpfte Kontaktpersonen sind für die Dauer von 4 Wochen nach letztmaligem Kontakt mit dem Infektiösen vom Besuch auszuschließen.
Dieser Ausschluss entfällt bei früher durchgemachter Hepatitis A-Erkrankung, bei bestehendem Impfschutz (eine Impfung, die weniger als 1 Jahr zurückliegt oder zweimalige Impfung) oder nach durchgeführter aktueller Riegelungsimpfung und gleichzeitig strenger Einhaltung der Hygienemaßnahmen in den ersten 1-2 Wochen.

Hepatitis B

Die Hepatitis B ist eine durch das gleichnamige Virus verursachte infektiöse Leberentzündung.

Erreger und Übertragungsweg

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch virushaltiges Blut, Blutprodukte (Konserven) oder Sexualkontakte. Dabei reicht eine sehr geringe Virusmenge, um eine Infektion auszulösen.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Die Erkrankung tritt ca. 5-6 Monate nach der Ansteckung auf. Es kann zu allgemeinen Krankheitszeichen (Fieber, Gelenkschmerzen, Übelkeit), zur Schwellung von Leber und Milz sowie zu einer Gelbsucht kommen. Nach etwa 8 Wochen heilt die Erkrankung aus. Bei 5-10% der erwachsenen Erkrankten (bei Säuglingen und Kleinkindern wesentlich häufiger) geht diese Hepatitisform in ein chronisches Stadium über und kann nach Jahren zur Leberzirrhose (Verhärtung, narbige Schrumpfung mit Untergang von Funktionsgewebe) und/oder Leberkrebs führen. In wenigen Fällen kommt es zu einer akuten, tödlich endenden Leberzerstörung.
Eine spezifische Therapie ist nicht möglich.

Prävention

Der beste Schutz vor der Erkrankung ist die rechtzeitig durchgeführte aktive Schutzimpfung. Sie erfolgt als Dreifachimpfung nach dem Schema 0 - 1 - 6 Monate. Eine Auffrischung nach 10 Jahren ist nur für spezielle Personengruppen angezeigt. Alle Kinder enthalten bereits im Säuglingsalter eine Grundimmunisierung gegen die Hepatitis B.

Hepatitis C

Hepatitis C ist nach wie vor die häufigste der in Deutschland meldepflichtigen virusbedingten Hepatitisformen. Sie wird durch das Hepatitis C-Virus (HCV) hervorgerufen

Erreger und Übertragungsweg

Der Krankheitserreger wird vor allem über Blut und Blutprodukte übertragen, beispielsweise beim Spritzentausch von Drogenkonsumenten. Ein weiterer Infektionsweg ist der über Nadelstich-, Schnitt- und andere Verletzungen. Eine sexuelle Übertragung der Hepatitis C ist möglich, insbesondere bei mit Verletzungen der Schleimhaut einhergehenden Sexualpraktiken.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Die Hepatitis C wird in der Akutphase aufgrund des meist symptomarmen Verlaufs oftmals nicht diagnostiziert. Mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, möglicherweise auch ein Gewichtsverlust. Bei wenigen Betroffenen kommt es zu einer Gelbsucht. Somit wird die Erkrankung in vielen Fällen vom Betroffenen gar nicht oder lediglich als vermeintlich grippaler Infekt wahrgenommen. Die Akutphase geht jedoch in mehr als 80 % der Fälle in eine chronische Verlaufsform über. Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sie zu Leberzirrhose (Verhärtung, narbige Schrumpfung mit Untergang von Funktionsgewebe) und/ oder Leberkrebs führen.

Prävention

Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis C steht nicht zur Verfügung. Schutzmaßnahmen bestehen vor allem darin, Blut-zu-Blut-Kontakte mit Infizierten zu vermeiden und bei intravenösem Drogenkonsum keinen Spritzentausch mit anderen vorzunehmen. Kondomnutzung kann nicht nur vor Hepatitis B und C sondern auch vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen schützen.

Hepatitis E

Die Hepatitis E ist eine akute Entzündung der Leber, die durch eine Infektion mit dem Hepatitis E-Virus (HEV) hervorgerufen wird.

Erreger und Übertragungsweg

Die Übertragung des Hepatitis E-Virus erfolgt durch die Aufnahme von verunreinigten Lebensmitteln oder Wasser (Reiseinfektion). Der Erreger kommt hauptsächlich in Reisegebieten z.B. Asiens, Nord- und Ostafrikas, Mittel- und Südamerikas vor. Aber auch in Deutschland besteht zunehmend die Gefahr einer Infektion durch Verzehr von unzureichend gegartem oder gebratenem Fleisch und Innereien besonders von Schweinen und Wildschweinen.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Das Krankheitsbild ähnelt dem der Hepatitis A. Die Erkrankung beginnt mit unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Fieber mit nachfolgender Gelbfärbung von Haut und Bindehäuten. Die Beschwerden klingen nach etwa sechs Wochen von allein ab. Typisch für Hepatitis E ist jedoch der oft plötzlich schwerwiegende Verlauf bei Schwangeren mit der Gefahr eines akuten Leberversagens. Die Hepatitis E geht wie die Hepatitis A nicht in eine chronische Form über.

Prävention

Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis E existiert nicht. Wichtig sind hygienische Vorsorgemaßnahmen bei Reisen in Risikogebieten (Vermeidung ungekochter Speisen, Trinkwasserdesinfektion) sowie in Deutschland beim Verzehr von Schweine-/ Wildschweinefleisch bzw. deren Innereien.

HIV (Humanes Immundefizienz-Virus)

Das Humane Immundefizienz-Virus, zumeist abgekürzt als HIV, führt unbehandelt nach einer unterschiedlich langen, meist mehrjährigen symptomfreien oder -armen Zeit zu AIDS (Aquired immune Deficiency syndrom), einer derzeit noch unheilbaren Immunschwächekrankheit.

Erreger und Übertragungsweg

Mögliche Übertragungswege des HI-Virus sind:

  • ungeschützter Geschlechtsverkehr; das Vorhandensein anderer sexuell übertragbarer Krankheiten erhöht das Infektionsrisiko;
  • Spritzenaustausch unter Drogenabhängigen;
  • Infektion des Kindes im Mutterleib, unter der Geburt oder beim Stillen;
  • Verletzung der Haut mit infizierten Instrumenten (Skalpelle, etc.);
  • sehr selten: Bluttransfusion oder Blutproduktübertragung;
  • Transplantation infizierter Organe.

Nicht jedes Ansteckungsrisiko führt zur Infektion. Diese erfolgt in Abhängigkeit von der Menge der virushaltigen Körperflüssigkeiten, der Viruskonzentration in der jeweiligen Flüssigkeit, der Art der Eintrittspforten, der Dauer des Kontaktes mit der virushaltigen Körperflüssigkeit und dem Zustand des körpereigenen Abwehrsystems.

Geringe Viruskonzentrationen in Speichel, Tränen, Urin und Kot führen nicht zur Infektion.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Für eine HIV-Infektion gibt es keine sicheren Anzeichen. Tage bis Wochen (meist 2-3 Wochen) nach der Ansteckung kann es zur akuten HIV-Erkrankung kommen, die mit Symptomen ähnlich einem grippalen Infekt einhergehen, wie Fieber, Müdigkeit, Unwohlsein, Appetitverlust, Hautausschlag, Gelenksschmerzen und Übelkeit. Die Symptome klingen nach einigen Tagen bis Wochen wieder ab. Danach kann der Betroffene über Jahre oder sogar Jahrzehnte beschwerdefrei sein.
Bis heute gibt es keine Therapie, die zur Ausheilung führt. Mit den heute zur Verfügung stehenden antiretroviralen Medikamenten können aber schwerwiegende Erkrankungen infolge des Immundefektes um viele Jahre hinausgezögert bzw. ganz verhindert werden.

Prävention

Eine Impfung zum Schutz vor dem HI-Virus ist derzeit nicht verfügbar. Aufklärung und die Umsetzung präventiver Maßnahmen durch verantwortungsvolles Handeln eines jeden Einzelnen bieten die beste Möglichkeit, eine Ansteckung zu vermeiden. Beispiele hierfür sind der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr, die Nutzung steriler Nadeln bei Drogenkonsum bzw. von Sicherheitssystemen im medizinischen Bereich.

Hier finden Sie umfangreiche Informationen zur HIV-Beratung und Testung

Influenza (Virusgrippe)

Die Influenza, die im Volksmund  auch Grippe genannt wird, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit des Menschen.

Erreger und Übertragungsweg

Die Übertragung der Viren erfolgt über Tröpfchen, z.B. beim Husten, Niesen oder Sprechen oder über länger in der Luft schwebende Tröpfchenkerne. Dabei dringen sie über die Schleimhäute der Atemwege in den Körper ein. Influenza-Viren können aber auch über die Hände übertragen werden, wenn diese durch virushaltiges Material verunreinigt und mit diesen dann Augen, Mund oder Nase berührt werden.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Nach der Inkubationszeit kommt es in der Regel zum Auftreten einer influenzatypischen Symptomatik:

  • Plötzlicher Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber (≥38,5°C),
  • Trockener Reizhusten,
  • Muskel- und/ oder Kopfschmerzen.

Als weitere Symptome werden allgemein Unwohlsein, Schwäche, Schweißausbrüche oder Halsschmerzen beobachtet.
Neben symptomarmen Verläufen sind auch schwerste Krankheitsbilder mit tödlichem Ausgang möglich. Komplikationen werden besonders  bei Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie älteren Personen beobachtet.

Prävention

Die wirksamste vorbeugende Maßnahme ist grundsätzlich eine Impfung gegen die Influenza. In Anbetracht der Wandlungsfähigkeit der Influenza-Viren  ist eine jährliche Auffrischung der Immunisierung mit dem an das Virus angepassten Impfstoff nötig. Die Schutzimpfung wird vorzugsweise in den Monaten September bis November (bei drohenden Grippewellen auch später noch möglich und sinnvoll) verabreicht.

Neben der Impfung sollte man sich insbesondere in den Wintermonaten an folgende Hygieneregeln halten:

  1. Mehrmals täglich die Hände mit Seife waschen – mindestens 20 bis 30 Sekunden lang.
  2. Auf intensive Körperkontakte in der Öffentlichkeit (Umarmen, Küssen, Händeschütteln) sollte möglichst verzichtet werden.
  3. Beim Husten und Niesen Abstand von anderen Personen wahren. Am besten ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase halten, das anschließend in den Abfall entsorgt wird. Anschließend sollten möglichst die Hände gewaschen werden.
  4. Wenn kein Papiertaschentuch zur Verfügung steht, sollte in den Ärmel gehustet oder geniest werden. Bei Niesen in die Hand ohne nachfolgendes Waschen  können Grippeviren noch schneller verbreitet werden.
  5. Das Besteck, Trinkgefäße oder Geschirr nicht mit anderen Personen teilen.
  6. Bei Erkrankungen Abstand zu anderen Personen/ Familienmitgliedern halten. Wenn räumlich möglich: Schlafen und Aufenthalt in räumlicher Trennung zu Nicht-Erkrankten.
  7. Geschlossene Räume drei- bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten lüften, um die Zahl der Viren in der Luft zu reduzieren.

Den aktuellen Wochenbericht zu den gemeldeten Influenza-Erkrankungen finden Sie hier.

Keratokonjunktivitis epidemica (ansteckende Bindehautentzündung)

Die Keratokonjunktivitis epidemica ist eine durch Adenoviren hervorgerufene hochinfektiöse Bindehautentzündung, die in schwierigen Fällen eine bleibende Verminderung der Sehkraft hervorrufen kann.

Erreger und Übertragungsweg

Die Erreger der epidemischen Keratokonjunktivitis – die Adenoviren – besitzen eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit in der Umwelt und können bei Zimmertemperatur u.U. über Wochen infektiös bleiben.

Der Mensch ist das einzige Reservoir der Adenoviren. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Schmier- (gelegentlich auch Tröpfchen-)infektion. Dabei spielen insbesondere virushaltiges Material auf den Händen sowie kontaminierte Gegenstände eine wichtige Rolle. Ebenfalls möglich ist eine direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch Augenflüssigkeiten. Die Viren sind hochansteckend.

Symptome

Die Infektion beginnt plötzlich mit Rötung, ringförmiger Bindehautschwellung und lokaler Lymphknotenschwellung. Hinzu kommen ein Fremdkörpergefühl, Lichtscheuheit, Juckreiz und Tränenfluss der Augen.

Die Krankheitsdauer beträgt durchschnittlich 2 bis 4 Wochen.

Prävention

Da ein Impfstoff gegen Adenoviren nicht verfügbar ist, besteht die wichtigste und wirksamste Prävention in der Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Der Schwerpunkt liegt hierbei insbesondere auf der konsequenten Einhaltung der Händehygiene.

Legionellose

Die Legionellose, auch als Legionärs- oder Veteranenkrankheit bekannt, ist eine Infektionskrankheit, die zu einer Lungenentzündung führen kann.

Erreger und Übertragungsweg

Die Legionellose wird durch Bakterien der Gattung Legionella (Legionellen) hervorgerufen. Legionellen gehören zu den Umweltkeimen, die in natürlichen, aber auch künstlichen wasserführenden Systemen vorkommen. Eine erhöhte Anzahl von Legionellen in wasserführenden Systemen beruht zumeist auf fehlender Zirkulation des Wassers, einer optimalen Temperatur für die Vermehrung (25°C bis 45°C) sowie das Vorhandensein von einem Biofilm in Rohrsystemen. Mögliche Infektionsquellen sind demnach unter anderem Warmwassersysteme, Duschen, Wasserhähne, Bäder, insbesondere Warmsprudelbecken sowie Kühltürme. 

Die Infektion erfolgt durch Einatmen von Aerosolen, beispielsweise unter der Dusche. Legionellen sind insbesondere für Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Die Vielfalt der Krankheitsverläufe der Legionellose reicht von asymptomatischen Verläufen bis zu schwerwiegenden Lungenentzündungen mit tödlichem Verlauf. Es wird zwischen der Legionärskrankheit und dem Pontiac-Fieber unterschieden.

Die Legionärskrankheit (Lungenentzündung) beginnt mit uncharakteristischen Beschwerden wie allgemeinem Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, unproduktivem Reizhusten. Innerhalb weniger Stunden kommt es zu Schmerzen im Brustkorb, Schüttelfrost, Temperaturanstieg auf 39°C bis 40,5°C, gelegentlich auch Bauchschmerzen mit Durchfällen und Erbrechen. In einigen Fällen kann als Folge der Erkrankung eine eingeschränkte Lungenfunktion zurückbleiben.

Das Pontiac-Fieber ist durch einen leichteren Verlauf gekennzeichnet. Die Krankheit führt zu einem grippeähnlichen Krankheitsbild mit Kopf- und Gliederschmerzen im Brustkorb, Husten und Fieber sowie gelegentlichen Verwirrtheitszuständen. Eine Lungenentzündung tritt nicht auf. Trotz erheblichen
Krankheitsgefühls erholen sich die Patienten in der Regel ohne antibiotische Therapie innerhalb weniger Tage ohne bleibende Spätschäden. Todesfälle sind nicht bekannt.

Prävention

Eine Schutzimpfung steht nicht zur Verfügung. Folgende Maßnahmen können vor einer Legionellose schützen:

  • Regelmäßige Wartung von Warmwasserversorgungssystemen.
  • In Hotels sollten Sie vor der ersten Benutzung der Dusche einige Minuten das Wasser heiß durchlaufen lassen. In dieser Zeit ist es wichtig, das Bad zu verlassen, um keine Bakterien einzuatmen.
  • Inhalatoren und Luftbefeuchter sollten regelmäßig gereinigt werden. Werden sie nicht genutzt, sollten  sie zunächst gründlich gereinigt und danach trocken gelagert werden.

Masern

Die oft als harmlose Kinderkrankheit dargestellte Masern-Infektion ist häufig mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden. Die Eliminierung dieser Infektionskrankheit ist daher ein erklärtes Ziel der deutschen und europäischen Gesundheitspolitik.

Erreger und Übertragungsweg

Die Masern-Viren sind hochansteckend und kommen ausschließlich beim Menschen vor. Sie werden vor allem durch Tröpfchen bzw. Tröpfchenkerne übertragen.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Die Masernerkrankung verläuft in 2 Phasen:

Prodromal- (Vorzeichen-) stadium (3-4 Tage lang)

  • Fieber, Infekt des Nasen-Rachen-Raumes (Husten, wässriger Schnupfen, Heiserkeit, Halsschmerzen), Bindehautentzündung, Rötung des Rachens, Kopliksche Flecken (Ausschlag an der Wangenschleimhaut); am Ende Fieberabfall

Exanthem- (Ausschlag-) stadium (ca. 4-7 Tage lang)

  • Erneuter Fieberanstieg und im Gesicht beginnender Ausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreitet

Durch eine vorübergehende Schwächung des Immunsystems für 6 Wochen nach Masernerkrankung kann es zu Komplikationen im Sinne von bakteriellen Superinfektionen wie z.B. Lungen-, Mittelohr- oder sogar Hirnentzündungen kommen. In sehr seltenen Fällen tritt nach ca. 6-8 Jahren als Spätkomplikation die subakute sklerosierende Panenzephalitis auf, eine Entzündung des gesamten Gehirns, die immer tödlich verläuft.

Eine durchgemachte Maserninfektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Prävention

Die beste Vorbeugung gegen Masern ist die Schutzimpfung. Die zweimalige Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) wird laut Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Alter von 11-14 und 15-23 Monaten empfohlen. Bei einer geplanten Aufnahme des Kindes in eine Kindereinrichtung kann die MMR-Impfung auch schon ab dem 9. Lebensmonat verabreicht werden.

Ebenso sollten alle nach 1970 geborenen ungeimpften bzw. in der Kindheit nur einmal geimpften Personen ≥ 18 Jahre sowie Personen mit unklarem Impfstatus geimpft werden.

Magen-Darm-Erkrankungen

Infektiöse Magen-Darm-Erkrankungen, umgangssprachlich auch als Magen-Darm-Grippe bekannt, nehmen seit Jahren sowohl in Deutschland als auch in Mecklenburg-Vorpommern die erste Stelle unter den meldepflichtigen Infektionskrankheiten ein.

Die Infektionen können durch Viren, Bakterien oder Parasiten (Einzeller) hervorgerufen werden. Daneben ist eine Erkrankung auch durch bakterielle Toxine (Giftstoffe) ohne das Vorhandensein lebender Erreger möglich ("Lebensmittelvergiftung").

Hier finden Sie die Kurzbeschreibungen der meldepflichtigen Magen-Darm-Infektionen.

wichtige Magen-Darm-Erkrankungen

Campylobacteriosen

Die durch das Bakterium Campylobacter hervorgerufenen Durchfallerkrankungen gehören neben den Salmonellen zu den häufigsten lebensmittelbedingten bakteriellen Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen.

Erreger und Übertragungsweg

Viele Arten der Campylobacter-Bakterien sind für den Menschen krankheitserregend, andere sind ungefährliche und natürliche Mitbewohner des Darmes von Menschen und verschiedenen Tieren. Häufigste Durchfallerreger beim Menschen sind C. jejuni und C. coli. Die wichtigste Infektionsquelle sind Tiere (z.B. frei lebende Vögel, Säugetiere, Geflügel, Milchrinder, Schweine, Hunde, Katzen) bzw. deren Produkte, so dass eine Infektion in erster Linie durch:

  • kontaminiertes Geflügelfleisch,
  • rohes Hackfleisch,
  • nicht pasteurisierte Milch,
  • nicht aufbereitetes Trinkwasser und
  • Haustiere (durchfallkranke Welpen und Katzen)

hervorgerufen werden kann.

Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich.

Krankheitsverlauf und Symptome

Die Erkrankung beginnt mit Bauchschmerzen und wässrigem, manchmal blutigem Durchfall. Häufig treten Fieber (38° bis 40°C) und Müdigkeit auf. Die Infektionskrankheit heilt in der Regel auch unbehandelt nach ca. 1 Woche aus. Die Erregerausscheidung kann länger andauern (2-4 Wochen).

Prävention

Hohe Temperaturen, wie sie beim Braten oder Backen erreicht werden, töten die Campylobacter-Bakterien in Lebensmitteln schnell und wirkungsvoll ab. Ebenso ist eine strenge Küchenhygiene bei der Zubereitung der Speisen eine wichtige Schutzmaßnahme, um jede Kreuzkontamination zwischen rohem Geflügel und anschließend nicht mehr zur Erhitzung vorgesehenen Speisen zu vermeiden.
Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, alte und abwehrgeschwächte Menschen sollten keine rohen Lebensmittel tierischer Herkunft verzehren.

EHEC

Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind bestimmte krankheitsauslösende Darmbakterien, die schwerste Durchfall- und Allgemeinerkrankungen vor allem bei Kleinkindern und älteren Menschen hervorrufen können.

Erreger und Übertragungsweg

Wiederkäuer, vor allem Rinder (aber auch Schafe und Ziegen), werden als ein Hauptreservoir für EHEC angesehen. Die EHEC-Infektionen treten weltweit vor allem in Ländern mit einer hochentwickelten Landwirtschaft auf, so auch in Deutschland. Vor allem im Sommer und Herbst werden viele Erkrankungen beobachtet. Betroffen sind häufig Kinder unter 5 Jahre.

Die Übertragung des Erregers erfolgt auf vielfältige Art und Weise. Er kann mit der Nahrung, insbesondere mit rohem Fleisch oder Rohmilch, aufgenommen werden. Eine Infektion ist auch durch verseuchtes Trink- oder Badewasser möglich. Von Bedeutung sind ebenfalls Mensch-zu-Mensch-Infektionsketten, was besonders in Gemeinschaftseinrichtungen zu beachten ist. Weiterhin können direkte Tier-Mensch-Kontakte als Übertragungsweg dienen, beispielsweise in Streichelzoos oder bei Besuchen landwirtschaftlicher Betriebe.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Die Erkrankung beginnt mit wässrigem Durchfall, der im Verlauf der Erkrankung zunehmend blutig werden kann. Selten tritt Fieber auf, oft jedoch Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Als schwere Komplikation von EHEC-Darminfektionen kann sich das enteropathische hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) mit oder ohne neurologische Komplikationen entwickeln. Dabei kommt es zu Blutarmut durch Zerfall der roten Blutkörperchen, Nierenversagen, Hautblutungen und Gefäßstörungen.

Prävention

Das Beachten allgemeiner Hygieneregeln im Alltag inclusive einer effektiven Händehygiene steht an erster Stelle bei den präventiven Maßnahmen. Vor allem nach dem Besuch von Streichelzoos oder Bauernhöfen mit direktem Tierkontakt muss auf die korrekte Durchführung geachtet werden. Dazu müssen die  Hände ca. 20-30 Sekunden unter fließendem Wasser mit Seife gewaschen werden. Dies ist ebenfalls bei der Zubereitung von Speisen unablässig. Da der Erreger hitzeempfindlich ist, gehört das Garen, Kochen, Braten oder Grillen von potentiell kontaminierten Lebensmitten zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

E.coli

Escheria coli, auch E. coli oder Kolibakterium genannt, ist ein natürlich im menschlichen und tierischen Darm vorkommendes Bakterium und gehört normalerweise zur gesunden Darmflora. Es gibt aber Toxin-produzierende Stämme, die zu Durchfallerkrankungen führen können. Gelangen die Bakterien außerhalb des Darms in andere Körperbereiche, können sie Infektionen hervorrufen.

Erreger und Übertragungsweg

Escherichia coli-Bakterien können durch verschiedene Gift-produzierende oder andere krankmachende Stämme Magen-Darm-Infektionen hervorrufen:

  • EHEC - enterohämorrhagische E. coli
  • EPEC  - enteropathogene E. coli
  • ETEC - enterotoxische E. coli
  • EIEC - enteroinvasive E. coli
  • EAEC - enteroaggregative E. coli
  • DAEC - diffus adhärente E. coli.

Escherichia coli-Bakterien kommen normalerweise nur im Darm vor. Eine Übertragung erfolgt daher entweder

    • über Schmierinfektionen durch falsche oder ungenügende Toilettenhygiene oder
    • über verunreinigte rohe (also ungekochte) Lebensmittel sowie
    • fäkal-verunreinigtes Trinkwasser oder Oberflächengewässer.

Prävention

Folgende Maßnahmen sollten zur Vorbeugung von Infektionen durch E. coli beachtet werden:

  • Waschen Sie sich die Hände
    • nach dem Toilettengang.
    • bevor Sie Mahlzeiten zubereiten.
    • vor dem Essen.
    • wenn Sie Kontakt zu Tieren hatten (z.B. Nutztiere, Streichelzoo, ...).
  • Kochen, braten, garen Sie rohes Fleisch durch. Es sollte wenigstens zehn Minuten lang eine Kerntemperatur von 70°C erreichen  (falls vorhanden, werden E.-coli-Giftstoffe dadurch zerstört).
  • Verzichten Sie auf Rohmilch. Ultrahocherhitzte oder pasteurisierte Milch sind dagegen unbedenklich.
  • Achten Sie beim Zubereiten von Mahlzeiten darauf, dass Küchenutensilien (z.B. Messer, Schneidebrettchen, ...) oder auch Hände, die mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind, nicht mit anderen Lebensmitteln oder Küchenutensilien in Kontakt kommen. So vermeiden Sie eine Kreuzkontamination.

Norovirus

Magen-Darm-Erkrankungen, hervorgerufen durch Noroviren, stellten in den letzten Jahren die am häufigsten gemeldete Infektionskrankheit dar.

Erreger und Übertragungsweg

Noroviren sind weltweit verbreitet und neben den Rotaviren der häufigste Erreger von viralen Magen-Darm-Infektionen.
Die Viren werden durch Schmierinfektionen (fäkal-oral) oder durch orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die im Rahmen des schwallartigen Erbrechens einer erkrankten Person in die Umgebungsluft abgegeben werden, übertragen. Weitere Infektionsquellen können verunreinigte Gegenstände oder Lebensmittel darstellen.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Zu den Symptomen der Norovirus-Infektion zählen plötzlich auftretendes schwallartiges Erbrechen und/ oder starker Durchfall sowie Bauch-, Kopf-, Muskelschmerzen, leichtes Fieber und Mattigkeit. Ein erheblicher Flüssigkeitsverlust ist möglich und kann insbesondere bei Kindern und älteren Menschen zu Komplikationen führen. Ansonsten verläuft die Krankheit meist ohne größere Folgen und ebbt in der Regel nach 48 Stunden ab.

Prävention

Um sich vor den Viren zu schützen sollte der Kontakt zu Erkrankten, wenn möglich, gemieden werden. Dies gilt besonders für gefährdete Personen wie Kleinkinder und alte Menschen.

Weitere empfohlene Schutzmaßnahmen sind:

  • Bei der Betreuung von erkrankten Personen im eigenen Haushalt gute Hände- und Toilettenhygiene (regelmäßige Reinigung der Kontaktflächen, personenbezogene Hygieneartikel/Handtücher, gründliches Waschen mit Seife besonders nach direktem Kontakt zu Ausscheidungen von Erkrankten (virushaltiges Erbrochenes und Stuhl)), ggf. Nutzung eines Händedesinfektionsmittels mit mindestens begrenzt viruzid plus- Wirkspektrum.
  • Gründliche Reinigung der, durch Erbrochenes oder Stuhl, verunreinigten Gegenstände und Flächen (z. B. Waschbecken, Toiletten, Türgriffe, Böden) unter Benutzung von Haushaltsgummihandschuhen sowie von Einwegtüchern und anschließende Entsorgung zur Verhinderung der Erregerausbreitung.
  • Genereller Einsatz von Desinfektionsmitteln im Privathaushalt in der Regel nicht erforderlich.
  • Leib- und Bettwäsche sowie Handtücher mit Vollwaschmittel bei mindestens 60 °C waschen, Geschirr wie üblich abspülen.

Rotavirus

Rotaviren sind der häufigste Verursacher von Magen-Darm-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern.

Erreger und Übertragungsweg

Das sehr leicht übertragbare Virus führt nach Infektion zu Erbrechen und Durchfall. Ein infizierter Mensch scheidet die Viren in hoher Konzentration mit dem Stuhl aus. Schon 10 Viruspartikel reichen aus, um ein Kind zu infizieren. Die Verbreitung erfolgt fäkal-oral durch Schmierinfektion von Mensch zu Mensch (über verschmutzte Hände oder Gegenstände). Die Rotaviren können aber auch durch kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel übertragen werden.

Krankheitsverlauf und Symptome

Die Rotavirus-Infektion /-Gastroenteritis kann von symptomarmen bis zu schwersten  Erkrankungen imponieren.
Die Symptome setzen meist sehr plötzlich ein. Es kann zu stark wässrigem Durchfall kommen, der gleichzeitig oder zeitnah von Erbrechen und Fieber begleitet wird.

Säuglinge und Kinder erkranken schwerer als Erwachsene. Kommt es zu massivem Flüssigkeitsverlust mit Austrocknung, muss ggf. im Krankenhaus durch Infusionen Flüssigkeit zugeführt werden.

Prävention

Schutz gegen eine Infektion mit Rotaviren bietet die Impfung mit einem Lebendimpfstoff, der zwei- bzw. dreimal im frühen Säuglingsalter geimpft wird.

Salmonellen

Salmonellen gehören weltweit zu den häufigsten Krankheitserregern, die beim Menschen Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen können.

Infektionsquellen sind vor allem rohes Fleisch bzw. nicht ausreichend erhitzte Fleischerzeugnisse (z. B. Schlachtgeflügel, Hackfleisch, Rohwurst – besonders frische Mettwurst –, Fleischsalate), rohe Hühnereier und roheihaltige Zubereitungen, wie z. B. Kuchenteig, Eischaum, Cremes, Konditoreiwaren, Mayonnaise sowie Speiseeis.

Die Infektion des Menschen erfolgt meistens durch den Verzehr von mit Salmonellen verunreinigten Lebensmitteln. Durch direkten Kontakt mit Salmonellen ausscheidenden Tieren erfolgt sehr selten eine Übertragung auf den Menschen. Dieser Übertragungsweg ist jedoch durch Heimtiere möglich, insbesondere bei der Haltung von Reptilien. Eine besondere Infektionsgefährdung von Säuglingen und Kleinkindern wurde in den letzten Jahren vielfach beschrieben.

Ca. 6 – 72 Stunden nach Verzehr kann es plötzlich zu wässrigen Durchfällen, leichtem Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen kommen. Die Krankheitszeichen dauern in der Regel nur wenige Stunden oder Tage. Bei Säuglingen, Kleinkindern und abwehrgeschwächten Personen reicht zum Erkrankungsausbruch eine deutlich niedrigere Keimmenge als bei gesunden Erwachsenen und es kann zu weitaus schwereren Krankheitsverläufen kommen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes, diätetische Ernährung und körperliche Schonung. Eine Antibiotikagabe ist bei
normalem Verlauf nicht erforderlich.

Vorbeugend ist besonders auf die Einhaltung einer korrekten Lebensmittel- und Küchenhygiene zu achten (s. Merkblatt).

Meningokokken

Meningokokken-Erkrankungen sind weltweit verbreitet. Epidemien werden besonders im „Meningitisgürtel“ Afrikas sowie seltener in Asien beobachtet. Hier sind hauptsächlich die Serogruppen (SG) A, W135, und X beteiligt. In Industrieländern kommen sie nur noch als Einzelerkrankungen oder als lokale Ausbrüche vor allem im Winter und Frühjahr vor. Die Mehrzahl der Erkrankungen in Europa wird durch die Serogruppen B und C verursacht.

Erreger und Übertragungsweg

Meningokokken-Infektionen werden durch das Bakterium Neisseria meningitidis (Meningokokken) verursacht. Ca. 10-15 % der europäischen Bevölkerung tragen im Nasen-Rachen-Raum Meningokokken, die meistens nicht krankmachend sind.

Die Übertragung der Meningokokken erfolgt von Mensch zu Mensch über die Schleimhautsekrete des Nasen-Rachenraums, d.h. beim Niesen, Husten oder Küssen. Gefährdet sind vor allem Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche, die eher sehr häufig durch engen Kontakt zu Gleichaltrigen mit deren Nasen-Rachen-Sekreten in Berührung kommen.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Die Erkrankung bricht innerhalb von 2 bis 10 Tagen nach Infektion aus. In einem Drittel der Fälle kommt es zur Blutvergiftung (Sepsis), in zwei Dritteln zur Hirnhautentzündung (Meningitis). Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel, Hauteinblutungen oder Hautausschlag, schwerstes Krankheitsgefühl, bei Meningitis zusätzlich schmerzhafte Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen. Bei Babys kann es auch zu Reizbarkeit oder Schläfrigkeit und Krämpfen kommen. Die Nackensteifigkeit kann fehlen. Unbehandelt führt die Erkrankung häufig innerhalb weniger Tage zum Tode. Deswegen ist die unverzügliche Einleitung einer Antibiotika-Therapie unumgänglich.

Prävention

Die Serogruppe C tritt mit ca. 25% am zweithäufigsten auf und ist mit einem gut wirksamen Impfstoff, der möglichst im 2. Lebensjahr, spätestens jedoch bis zum 18. Lebensjahr allen Kleinkindern bzw. Jugendlichen verabreicht werden sollte, vermeidbar. Gegen die in Deutschland am häufigsten auftretende Serogruppe B (ca. 70%) steht seit 2013 eine vorbeugende Impfung zur Verfügung, die für bestimmte Risikogruppen durch die STIKO empfohlen wird. Für Reisende in Gebiete mit hohem Meningokokkenaufkommen (z. B. Meningitisgürtel in Afrika) können vier valente Impfstoffe gegen die Serotypen A,C,W135,Y einen effektiven Schutz gewähren.

 

Mumps

Die Mumps-Infektion, umgangssprachlich auch als Ziegenpeter oder Tölpel bezeichnet, tritt vor allem im Kindesalter auf. Sie verläuft umso schwerer und komplikationsreicher, je älter die Betroffenen bei Erkrankung sind.

Erreger und Übertragungsweg

Das hoch ansteckende Mumps-Virus wird vor allem durch Tröpfchensekrete des Nasen-Rachen-Raumes übertragen.

Krankheitsverlauf/ Symptome

In 30 bis 40 Prozent der Fälle verläuft die Erkrankung symptomlos. Das typische Erkrankungsbild zeigt sich als Entzündung und Schwellung der Ohr- und anderer Speicheldrüsen. Zusätzlich kommt es zu Fieber.

Eine Reihe von Komplikationen können vor allem bei Erkrankungen im Erwachsenenalter auftreten. Hier finden sich Entzündungen der Hoden und der Eierstöcke, die in seltenen Fällen zur Sterilität führen können, Hirn- oder Hirnhautentzündungen sowie vorübergehende Schwerhörigkeit.

Die Mumpsinfektion führt in der Regel zu lebenslanger Immunität.

Prävention

Die wirksamste Maßnahme gegen Mumps ist die vorbeugende Schutzimpfung. Die zweimalige Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung (MMR) wird laut Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Alter von 11-14 und 15-23 Monaten empfohlen. Bei einer geplanten Aufnahme des Kindes in eine Kindereinrichtung kann die MMR-Impfung auch schon ab dem 9. Lebensmonat verabreicht werden.

Eine einmalige kombinierte Mumps-Masern-Röteln-Impfung sollen ungeimpfte bzw. empfängliche Personen in pädiatrischen Einrichtungen, in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter und in Kinderheimen erhalten.

Pertussis (Keuchhusten)

Die hochansteckende Infektionskrankheit Pertussis ist insbesondere unter dem Namen Keuchhusten bekannt und gehört zu den impfpräventablen Erkrankungen. Aufgrund der insgesamt sehr langen Krankheitsdauer wird der Keuchhusten auch „100-Tage-Husten“ genannt.

Erreger und Übertragungsweg

Keuchhusten wird durch das Bakterium Bordetella (B.) pertussis, in selteneren Fällen durch B. parapertussis, ausgelöst. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen und Sprechen.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Der typische Keuchhusten durchläuft drei Stadien:

  1. Stadium catarrhale:
    Nach der Ansteckung kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie leichter Husten und Schnupfen, ohne Fieber oder nur geringer Erhöhung der Körpertemperatur. Die Dauer beträgt etwa ein bis zwei Wochen.
  2. Stadium convulsivum:
    Im zweiten Stadium treten besonders nachts die typischen stakkatoartigen Hustenanfälle auf, an deren Ende das charakteristische Keuchen und/ oder das Schleimerbrechen stehen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es zum lebensbedrohlichen Atemstillstand ohne die typischen Hustenanfälle kommen. Das Stadium convulsivum dauert vier bis sechs Wochen.
  3. Stadium decrementi:
    Im letzten Stadium nehmen die Hustenattacken an Zahl und Schwere ab. Dieses Stadium hält etwa drei bis sechs Wochen an.

Prävention

Zum Schutz vor Keuchhusten existiert eine wirksame und gut verträgliche Impfung. Laut STIKO-Empfehlung  sollen die vier erforderlichen Impfungen für  die Grundimmunisierung der Säuglinge und Kleinkinder im 3., 4. und 5. Lebensmonat sowie im 2. Lebensjahr erfolgen. Im 5.-6. sowie 9.-17. Lebensjahr wird jeweils mit einer Impfung aufgefrischt.

Erwachsene erhalten die nächstfolgenden Impfung gegen Tetanus einmalig mit einer Keuchhustenkombination.

 

Pneumokokken

Pneumokokken sind eine Bakterienspezies mit mehr als 90 verschiedenen Kapseltypen. Ca. 20 von ihnen sind für 90-95% aller Erkrankungen verantwortlich. Sie besiedeln den Nasen-Rachenraum fast aller Kleinkinder bis zum 2. Lebensjahr und bis zu 50% der Erwachsenen, ohne ihren Träger primär krank zu machen.

Erreger und Übertragungsweg

Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion bei engen persönlichen Kontakten. Für das Ausbrechen einer Erkrankung sind verschiedene Faktoren (Alter, Defekte der Abwehr, nicht funktionierende oder fehlende Milz, Grunderkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege, des Stoffwechsels u.a.) verantwortlich.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Pneumokokken können fast jedes Organ infizieren. Sowohl lokale Infektionen (Mittelohr-, Nasennebenhöhlen-, Augenbindehaut-, Gelenk-Entzündung) als auch Allgemeininfektionen (Blutvergiftung, Hirnhautentzündung, Lungenentzündung) sind von großer Bedeutung. Pneumokokken sind die häufigsten Erreger von außerhalb des Krankenhauses erworbenen Lungenentzündungen sowie von Blutvergiftungen im höheren Erwachsenenalter. Infektionen mit Pneumokokken können mit Antibiotika behandelt werden. Trotzdem versterben Betroffene häufig durch hochakute Verläufe innerhalb von 48 Stunden.

Prävention

Die Impfung stellt die wichtigste Maßnahme zum Schutz vor Pneumokokken-Infektionen dar. Die STIKO empfiehlt für alle Kinder ab dem 3. Lebensmonat die Pneumokokkenimpfung mit einem Konjugatimpfstoff, der das noch schwache Immunsystem der Babys intensiv anregt, Antikörper zu bilden. Der Polysaccharid-Impfstoff besteht aus gereinigten Kapselanteilen der 23 häufigsten Pneumokokken-Typen. Dieser Impfstoff wird für spezielle Indikationen bei Kindern ab dem 3. Lebensjahr, Jugendlichen und Erwachsenen sowie für alle Personen ab dem 60. Lebensjahr empfohlen. Auffrischimpfungen erhalten nur besonders gefährdete Personen mit bestimmten Grunderkrankungen.

Röteln

Die Röteln-Infektion tritt vor allem im Kindesalter auf. Sie kann umso schwerer und komplikationsreicher verlaufen, wenn die Infektion eines Ungeborenen im Mutterleib erfolgt bzw. je älter die Betroffenen bei Erkrankung sind.

Erreger und Übertragungsweg

Röteln sind hochansteckend. Die Viren werden durch Tröpfchen übertragen, beispielsweise beim Husten oder Niesen. Darüber hinaus können Röteln während einer Schwangerschaft über den Mutterkuchen auf das Ungeborene übertragen werden.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Im Kindesalter verlaufen ca. 50% der Infektionen ohne Beschwerden, so dass sie kaum oder gar nicht bemerkt werden.

Ansonsten kommt es anfangs zu vergrößerten aber schmerzlosen Lymphknoten, entzündeten Schleimhäuten und leichtem Fieber. Nach kurzer Zeit entwickelt sich als typisches Zeichen der Röteln ein kleinfleckiger Hautausschlag. Zusätzlich können im Nacken und hinter den Ohren vergrößerte, oft schmerzhafte Lymphknoten, Kopfschmerzen, ein leichter Infekt der oberen Atemwege sowie eine Bindehautentzündung auftreten.

Eine Infektion des Kindes im Mutterleib kann zu schweren Schäden, deren Häufigkeit und Schweregrad vom Infektionszeitpunkt während der Schwangerschaft abhängen, führen.

Prävention

Die wirksamste Maßnahme gegen Röteln ist die vorbeugende Schutzimpfung. Die zweimalige Masern-Mumps-Röteln-Schutzimpfung (MMR) wird laut Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Altern von 11-14 und 15-23 Monaten empfohlen. Bei einer geplanten Aufnahme des Kindes in eine Kindereinrichtung kann die MMR-Impfung auch schon ab dem 9. Lebensmonat verabreicht werden.

Eine zweimalige Röteln-Impfung wird allen ungeimpften Frauen oder Frauen mit unklarem Impfstatus im gebärfähigen Alter empfohlen. Nur einmal geimpfte Frauen sollten die zweite Impfung erhalten. Zudem besteht eine berufliche Indikation bei Tätigkeiten in bestimmten Einrichtungen.

Syphilis

Die Infektionskrankheit Syphilis gehört zu der Gruppe der sexuell übertragbaren Infektionen (STI – sexuell transmitted infektion).

Erreger und Übertragungsweg

Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum. Es wird hauptsächlich durch sexuelle Kontakte von Mensch zu Mensch übertragen. Dabei dringt der Erreger durch kleinste Haut- oder Schleimhautverletzungen in den Organismus ein. Möglich ist außerdem die Übertragung von einer erkrankten Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft. Übertragungen durch kontaminierte Gegenstände sind selten.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Typisch ist ein Beginn mit schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen. Bei unbehandelten Infizierten kommt es zu einem chronischen Verlauf, der durch vielfältigen Haut- und Organbefall gekennzeichnet ist. Bei der heute sehr seltenen Spätsyphilis kommt es zur Beteiligung des zentralen Nervensystems mit vielfältigen Erscheinungsformen.

Prävention

Da die Syphilis zu den sexuell übertragbaren Infektionen gehört, sollte beim Geschlechtsverkehr auf die Anwendung von Kondomen geachtet werden. So kann die Übertragungswahrscheinlichkeit der Syphilis und anderer Geschlechtskrankheiten wesentlich verringert werden. Da aber jeder Kontakt mit dem Erreger zur Infektion führen kann (z.B. Übertragung beim Küssen durch Mundgeschwür), lässt sich die Ausbreitung in sexuell aktiven Zielgruppen zusätzlich nur durch eine gut wirksame Therapie (Penicillin) als Ergänzung zu primärpräventiven Botschaften verhindern.

Toxoplasmose

Erreger, Vorkommen, Krankheitsbild 

  • Toxoplasmose, hervorgerufen durch den Erreger Toxplasma gondii (T. gondii), ist eine häufige vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektion (Zoonose), die durch Ausscheidungen von Tieren direkt oder durch den Verzehr von rohem oder ungenügend behandeltem zystenhaltigem Fleisch auf den Menschen übertragen wird.
  • Der Erreger ist ein Parasit, der sich im Darm der Tiere, die sich infiziert haben, bis zur Geschlechtsreife vermehrt. Durch Ausscheidungen der Tiere ist er in der Natur weltweit verbreitet und auch im Erdboden bzw. angetrocknet auf vielen Pflanzen anzutreffen.
  • In Deutschland, ebenso wie in gesamt Europa, nimmt die Durchseuchung mit T. gondii mit steigendem Lebensalter zu und erreicht bei den ≥ 50-Jährigen nahezu 70 %. Im gebärfähigen Alter der Frauen liegt sie zwischen 26 und 54 %.
  • Das Krankheitsbild ist unterschiedlich und reicht von asymptomatischen Verläufen über das grippeähnliche Krankheitsbild mit Fieber und/oder Lymphknotenschwellungen (meistens im Kopf-/Halsbereich, selten generalisiert) bis hin zur sehr seltenen Gehirnentzündung.
  • Nach einer abgelaufenen Infektion ist keine Zweiterkrankung möglich, es besteht lebenslange Immunität.

Wie erfolgt die Übertragung?

  • Durch Verzehr von rohem/halbrohem ungenügend behandeltem zystenhaltigem Fleisch bzw. Fleischprodukten, z. B. von Schwein, Schaf, Ziege, Wildtieren oder Geflügel. Eine Frostung (-21 0C) oder ein 20-minütiges Erhitzen mit Kerntemperatur von mindestens 50 0C tötet den Erreger ab.
  • Durch Unsauberkeit beim Umgang mit Katzen, weil diese als einzige Tiere den Parasiten mit dem Kot ausscheiden können. Besonders junge Tiere sind oft infiziert.
  • Durch Verzehr von ungewaschenem Obst und Gemüse, weil dieses mit dem Erreger verunreinigt sein könnte.
  • Auch durch Schmutz- und Schmierinfektion mit kontaminierter Erde, z. B. bei der Gartenarbeit möglich, da die Erreger im Erdboden bis 18 Monate lebensfähig bleiben. Älterer Katzenkot, z. B. im Erdboden, kann daher infektiöse Parasitenstadien enthalten.
  • Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist in der Regel auszuschließen (Ausnahme: Erstinfektion bei Schwangeren → Übertragung auf das Ungeborene).

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

  • Toxoplasmose-Infektionen in der Schwangerschaft verlaufen in der Regel ohne feststellbare Krankheitserscheinungen. Sie sind jedoch in keinem Fall als harmlos anzusehen.
  • Eine Gefahr für das ungeborene Kind besteht nur, wenn eine Erstinfektion in der Schwangerschaft erfolgt. Die mögliche Schädigung des ungeborenen Kindes hängt vom Zeitpunkt der Infektion in der Schwangerschaft, der Infektionsdosis, der Erregervirulenz und der immunologischen Kompetenz der Mutter ab. So steigt die Übertragungsrate von der Mutter auf das Ungeborene von ca. 15 % im ersten Drittel der Schwangerschaft bis auf ca. 60 % im letzten Drittel an, während die Schwere der Schädigungen des Kindes mit der Dauer der Schwangerschaft abnimmt. Eine unbehandelte Infektion der Schwangeren kann zu schweren Schäden des Ungeborenen (z. B. geistigen Behinderungen, Sehstörungen bis zur Erblindung) oder zum Abort führen.
  • Deshalb ist es am günstigsten, schon vor Eintritt einer Schwangerschaft zu wissen, ob schon eine Toxoplasmose durchgemacht und damit schützende Antikörper im Blut vorhanden sind. Der behandelnde Arzt kann weitere Informationen über diese Blutuntersuchung vermitteln und anhand der Ergebnisse entscheiden, ob eine Gefährdung für Sie und Ihr ungeborenes Kind besteht, denn rechtzeitiges Erkennen und Behandeln der Erstinfektion kann die Gefahr für Ihr Kind erheblich mindern!

Wie kann sich eine Schwangere zur Vermeidung der Schädigung ihres Kindes vor
Toxoplasmose schützen?

  • Keine rohen oder nicht ausreichend erhitzten, tiefgefrosteten Fleischprodukte verzehren (20-minütiges Erhitzen mit Kerntemperatur von mindestens 50 0C oder Frostung bei -21 0C tötet den Erreger ab).
  • Obst und Gemüse vor Rohverzehr gründlich waschen.
  • Intensive Händereinigung vor Speisenzubereitung bzw. nach Zubereitung von Fleisch und nach Garten-/Erdarbeiten bzw. Besuchen von Sandspielplätzen.
  • Kontakt zu Katzen weitgehend meiden bzw. hygienisch einwandfreie Haltung absichern (tägliche Reinigung der Absetzkästen (nach Möglichkeit durch andere Personen), nach jedem Tierkontakt gründliche Händereinigung, Handschuhe anziehen).

Tuberkulose

Die  Tuberkulose (Tbc oder Tb), auch als Schwindsucht bekannt, zählt neben HIV/AIDS und Malaria zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Auch heute noch stellt sie die häufigste zum Tode führende behandelbare bakterielle Infektionskrankheit im Jugendlichen- und Erwachsenenalter dar.

Erreger und Übertragungsweg

Verschiedene Typen von  Mykobakterien können eine Tbc hervorrufen. Der häufigste Erreger ist das Mycobacterium (M.) tuberculosis (97%), das nur von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Infektion erfolgt hauptsächlich durch feinste erregerhaltige Tröpfchenkerne in der ausgeatmeten Luft, die von erkrankten Personen mit offener Lungen- Tbc insbesondere beim Husten und Niesen freigesetzt werden.

Nicht jeder der mit M. tuberculosis Infizierten erkrankt im Laufe seines Lebens an der sogenannten offenen Tuberkulose. Vor allem  Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind häufiger betroffen. So ist die Tbc bei HIV-Patienten die häufigste zum Tode führende Erkrankung.

Krankheitsverlauf/ Symptome

Zwei Krankheitsstadien können bei der Tuberkulose unterschieden werden:

  • Primäre Tuberkulose
    Als primäre Tuberkulose werden Erkrankungen bezeichnet, die aus einer Erstinfektion mit M. tuberculosis herrühren. Hier unterscheidet man die pulmonale Tuberkulose (Lunge und/oder Teile der Atemwege bis Kehlkopf sind betroffen) und die extrapulmonale Tuberkulose (Halslymphknoten, Darm, Haut sind betroffen). Die häufigste Form ist die Lungentuberkulose.
  • Postprimäre Tuberkulose
    Unter diesem Begriff werden jene Erkrankungen zusammengefasst, die durch die Ausbreitung der Tuberkulose-Bakterien im Körper verursacht werden. Dies tritt besonders bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr auf.

Prävention

Da es derzeit keinen wirksamen Impfschutz gegen Tuberkulose gibt, ist eine rasche Entdeckung und Behandlung infektiöser Personen entscheidend für eine effektive Tuberkulosebekämpfung.

 

Windpocken (Varizellen)

Varizellen, umgangssprachlich als Windpocken bekannt, sind weltweit verbreitet und hoch ansteckend.

Erreger und Übertragungsweg

Windpocken werden durch Varizellen-Zoster-Viren hervorgerufen, die zur Familie der Herpesviren gehören. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen, die beim Sprechen oder Husten ausgeschieden werden. Seltener kann man sich über den virushaltigen Bläschen- oder Krusteninhalt einer erkrankten Person durch Schmierinfektion anstecken

Krankheitsverlauf/ Symptome

Bei einer Infektion mit Windpocken kommt es an Gesicht und Stamm zu einem juckenden knötchen- oder bläschenförmigen Hautausschlag, der mit Fieber verbunden ist. Bei gesunden Kindern sind schwerwiegende Komplikationen bei Windpocken eher selten. Demgegenüber haben Jugendliche und jüngere Erwachsene ein höheres Risiko, schwer zu erkranken. Besonders gefährdet sind Patienten mit einer Schwäche des Immunsystems, sowie Schwangere, die bisher weder an Windpocken erkrankt waren oder eine Windpockenimpfung erhalten haben.

Prävention

Die beste Vorbeugung gegen Windpocken ist die Schutzimpfung, die die STIKO für alle Kinder ab einem Alter von 11 Monaten, gefolgt von einer zweiten im 2. Lebensjahr empfiehlt. Ältere ungeimpfte Kinder können beide Impfungen noch bis zum 18. Lebensjahr nachholen.
Die Impfung wird weiterhin für bestimmte Personengruppen empfohlen, die die Erkrankung nicht durchgemacht haben bzw. nicht  geimpft wurden:

  • Frauen mit Kinderwunsch
  • Patienten vor geplanter immunsuppressiver Therapie oder Organtransplantation
  • Patienten mit schwerer Neurodermitis
  • Personen mit Kontakt zu den o. g. gefährdeten Patienten
  • Neuangestellte in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter

Dr. med. Jeanette Sinha
Telefon: 0381-4955 346

Informationsmaterial / Formulare

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Nachweis von Krankheitserregern gemäß §§ 7, 8, 9 IfSG und erweiterter Meldepflicht in M-V*

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