LAGuS fördert das Modellprojekt FÄIR-PUR bei der Liebherr-Rostock GmbH zur Stärkung der Inklusion am Arbeitsplatz

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Test- und Trainingsraum (Urheber ©Liebherr-Rostock GmbH)
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14.10.2026  | LAGuS  | LAGuS

FÄIR-PUR – kurz für „Fähigkeitsgerechter Personaleinsatz und Rekrutierung sowie Training und Therapie leistungsgewandelter, von (Schwer-)Behinderung betroffener oder bedrohter Mitarbeiter mit der IMBA-Methode“ stellt den Menschen mit seinen Fähigkeiten in den Mittelpunkt. Ziel ist es, Arbeitsplätze, Tätigkeiten und Mitarbeitende so zusammenzubringen, dass Arbeit trotz Beeinträchtigungen möglich bleibt. So entstehen langfristige Perspektiven, die sowohl die Erwerbsfähigkeit des Einzelnen als auch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichern. Die Liebherr-Rostock GmbH möchte auf diesem Weg Beschäftigte mit gesundheitlichen Einschränkungen leidens- und fähigkeitsgerecht(er) einsetzen und weiterentwickeln.

 

Dafür werden alle Arbeitsplätze und Tätigkeiten im Unternehmen genau betrachtet: Welche körperlichen, geistigen und organisatorischen Anforderungen gibt es? Wie viel Kraft, Konzentration oder Multitasking sind notwendig? Diese Analyse erfolgt mit der arbeits- und rehabilitationswissenschaftlichen IMBA-Methode. Das Profilvergleichsverfahren macht sichtbar, was im Arbeitsalltag wirklich verlangt wird. Im eigens für das Modellvorhaben neu eingerichteten Assessment-Center wird getestet, welche Fähigkeiten leistungsgewandelte Mitarbeitende haben. Mit Hilfe dieser Informationen in digitalisierter Form lassen sich per Knopfdruck Profilvergleiche von dutzenden Arbeitsplätzen gleichzeitig auswerten, sodass darauf aufbauend individuelle Bedarfe geprüft und Lösungen erarbeitet werden können. Eine wichtige Säule bildet dabei die sogenannte aktivitätsorientierte, funktionelle medizinische Trainingstherapie, bei der die Mitarbeitenden ihre Fähigkeiten mit Hilfe von Physio- und Ergotherapeutinnen unter Berücksichtigung der konkreten Arbeitsplatzanforderungen verbessern. Im Rahmen von Jobcoachings werden individuelle Stärken gefördert, Führungskräfte und Teams unterstützt und neue berufliche Wege eröffnet oder die Rückkehr nach langer Krankheit begleitet.

 

So entstehen konkrete Chancen für Teilhabe am Arbeitsleben, mehr Gesundheit und eine nachhaltige Personalentwicklung. Davon profitieren die Beschäftigten ebenso wie das Unternehmen und Partner aus Rehabilitation und Inklusion.

 

Das LAGuS berät die Liebherr-Rostock GmbH bei der Durchführung des Projektes. Im Rahmen von regelmäßigen Projektgesprächen sollen die Fortschritte und Erkenntnisse aus dem Projekt gemeinsam erörtert werden. Die Ergebnisse und Erfahrungen können als „Best Practice“-Beispiel auch anderen Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern dienen.

 

FÄIR-PUR wird durch das LAGuS aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert und hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Begleitet wird das Vorhaben vom Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation (IQPR) der Deutschen Sporthochschule Köln, das das Gesamtkonzept auf die Liebherrwelt angepasst hat, Schulungen, Mentoring und Coaching für das Projektteam übernimmt sowie die entsprechende Software bereitstellt.

 

Die Liebherr-Rostock GmbH und das LAGuS setzen mit diesem Modellprojekt ein starkes Zeichen für mehr Inklusion und Chancengleichheit am Arbeitsplatz in Mecklenburg-Vorpommern.