Badefreuden genießen - Risiken berücksichtigen

26.06.2026  | LAGuS  | LAGuS

Durch die aktuell sommerlichen Temperaturen ist die Wassertemperatur in Ostsee und Binnenseen deutlich gestiegen. Tausende Menschen genießen das Schwimmen und Baden in Mecklenburg-Vorpommern. Die in den Laboren des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) durchgeführten Untersuchungen belegen insgesamt eine sehr gute Badewasserqualität. An knapp 500 ausgewiesenen Badestellen ist das Baden uneingeschränkt möglich. Als natürliche Gewässer unterliegen Ostsee und Binnenseen jedoch Einflüssen, die die Badewasserqualität beeinträchtigen können.

Durch hohe Wassertemperaturen und Nährstoffgehalte kann es auch zu sogenannten „Blaualgenblüten“ kommen. Das sind Ansammlungen von Cyanobakterien, die durch geruchliche und ästhetische Beeinträchtigungen auffallen. Da einige Arten zusätzlich Giftstoffe bilden können, kann es nach Kontakt mit ihnen zu Haut- oder Schleimhautreizungen kommen. Werden größere Wassermengen verschluckt, kann Übelkeit oder Erbrechen auftreten.
„Blaualgenblüten“ - lassen sich an folgenden Merkmalen gut erkennen:

  • Bläulich-grüne Trübung des Wassers
  • eingeschränkte Sichttiefe (< 1m)
  • Algenteppiche oder Schlierenbildung an der Oberfläche
  • wolkenartige Verteilung im Wasser

Der Aufenthalt in Bereichen mit sichtbar hohen Konzentrationen an Cyanobakterien sollte vermieden werden. Hier gilt als Faustregel: Wenn man seine Füße in knietiefem Wasser nicht sehen kann, sollte man nicht baden gehen.

Kinder und Kleinkinder sind besonders gefährdet und sollten nicht in Anschwemmungen des Spülsaums spielen.

Hunde und andere Haustiere sollten kontaminiertes Wasser nicht aufnehmen, da gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden können.

In seichten Uferbereichen einiger Binnengewässer ist zeitweise mit Zerkarien zu rechnen. Das sind winzige Larven von Saugwürmern, die als Auslöser einer Badedermatitis zu einem Hautausschlag mit stark juckenden Pusteln und Quaddeln führen können. Um einen Kontakt zu vermeiden, sollte man bei Wassertemperaturen über 20 °C Uferbereiche mit vielen Wasserpflanzen und/oder Wasservögeln meiden.

In der Ostsee und den Bodden können bei den aktuell herrschenden höheren Temperaturen vermehrt Vibrionen vorkommen. Das sind Bakterien, die in seltenen Fällen zu schweren Infektionen führen. In den letzten zwei Jahren gab es bei mehreren Millionen Badegästen insgesamt zehn Erkrankungsfälle, von denen allerdings drei tödlich verliefen.

Insgesamt sind also nur sehr wenige Badegäste gefährdet. Dazu gehören Personen mit chronischen Grundleiden, z.B. Lebererkrankungen, Alkoholabhängigkeit oder Diabetes mellitus. Auch Personen mit einer bestehenden Immunschwäche (z.B. nach Transplantationen) sowie Personen höheren Alters können betroffen sein. Wenn Badegäste zu diesen Risikogruppen gehören und Hautverletzungen vorhanden sind, sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben.

Haupteintrittspforten für Vibrionen-Infektionen sind Hautverletzungen. Über diese gelangen die Erreger beim Baden oder auch nur Wasserwaten in den Körper. Sie sind Auslöser von Wundinfektionen, die mit tiefgreifenden Nekrosen einhergehen können. Davon ausgehend kann sich eine sogenannte Sepsis mit einer Besiedlung anderer Körperteile, Fieber und Schüttelfrost ausbilden. Diese Infektionen sind durch einen rasanten Verlauf mit hoher Sterblichkeitsrate gekennzeichnet. Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist die frühzeitige Einleitung einer adäquaten Antibiotika-Therapie. Deshalb ist bei Wundinfektionen nach dem Baden umgehend ein Arzt zu konsultieren und auf Kontakt mit Salz-/Brackwasser hinzuweisen.

Aktuelle Informationen oder Warnhinwiese zu einzelnen Badestellen werden auf der Badewasserkarte veröffentlicht. Allgemeine Baderegeln und Tipps zur Badesicherheit stellt das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport hier bereit. Zusätzlich bietet das LAGuS Informationsflyer an, die über Gefahren aufklären, die das Baden im Meer bzw. in Seen mit sich bringen kann. Bei einem bewussten Umgang mit den benannten Gefahren, steht einem ungetrübtem Badespaß nichts entgegen.